Paintball-Pläne an der Hammer Straße
Grünes Licht – trotz Bauschuttfrage

Ahlen -

Ein weiterer Teil des Weges zur Umsetzung der geplanten Paintballanlage an der Hammer Straße wurde geebnet: Am Dienstagnachmittag hat der Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss dafür gestimmt. SPD, Grüne, Linke, BMA, FDP und ein CDU-Vertreter segneten mit insgesamt zehn Stimmen den Durchführungsvertrag zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan ab.

Donnerstag, 11.07.2013, 17:07 Uhr

Geht es um den Bau einer Paintballanlage oder die Ahndung von unrechtmäßig abgeladenem Bauschutt? Ein weiteres Mal vermischte sich am Dienstag die inhaltliche Diskussion über das Gelände an der Hammer Straße . Dafür, dass sich einige Mitglieder des Stadtentwicklungs- und Planungsausschusses vom eigentlichen Thema entfernten, fand SPD-Fraktionschef Norbert Bind deutliche Worte: „Es geht mir langsam auf den Geist.“ Er plädierte dafür, sich erst einmal ganz auf das Paintball-Vorhaben zu konzentrieren.

Letztlich nahm das seit langem von einem Investor forcierte Projekt eine weitere Hürde: SPD , Grüne, Linke, BMA, FDP und CDU-Mann Martin Hegselmann gaben „grünes Licht“ für den Durchführungsvertrag zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Fünf Christdemokraten stimmten jedoch gegen den Verwaltungsvorschlag. Der Ausschuss-Vorsitzende Carl Holtermann konnte es sich nicht verkneifen, bei der Abstimmung zu wiederholen, dass er persönlich nicht hinter dem Paintball-Sport stehe.

Die Dolberger Heinrich Artmann (FWG, nicht stimmberechtigt) und Philipp Gößling (CDU) hatten im Verlauf der Diskussion noch einmal ihre Unzufriedenheit darüber zum Ausdruck gebracht, dass die illegale Abfallentsorgung auf dem Gelände hinter dem ehemaligen Soldatenfreizeitheim nicht geahndet wurde.

Den Umweltaspekt beleuchteten Reinhard Winkelkötter, stellvertretender Abteilungsleiter des Amtes für Umweltschutz beim Kreis Warendorf, sowie sein Sachbearbeiter Jürgen Bussemas . Beide betonten, dass die Fläche an der Hammer Straße für das Projekt nutzbar, für Paintballer „bespielbar“ sei. „Aus bodenschutzrechtlicher Sicht ist festzuhalten, dass die jüngsten Untersuchungen keine Hinweise auf Schadstoffe oder Verunreinigungen gezeigt haben“, erklärte Bussemas.

Ein Großteil der an der Geländeoberfläche sichtbaren Abfälle – mehrere Tonnen – seien bereits vom Grundstückseigentümer entsorgt worden. Eine abschließende Räumung sei für die zweite Jahreshälfte vorgesehen.

Die beiden Experten des Kreises klärten die Ausschussmitglieder außerdem über einen Irrtum auf: Nicht alles, was an Bauschutt auf dem Gelände vorhanden ist, stammt vom aktuellen oder vorigen Eigentümer. „Bei der Recherche haben wir festgestellt, dass es schon in den 60er und 70er Jahren massive Auffüllungen gegeben hat“, so Bussemas. Grund dafür war der Parkplatzmangel in der einst übervollen „Westfalen-Kaserne“. Die Bundeswehr hatte damals Pkw-Stellflächen anlegen lassen. Darunter befinde sich auch Material der Zeche Sachsen. Da sei auch nichts zu ahnden, denn das Vorgehen sei offiziell beantragt und genehmigt worden. „Allerdings ist das noch vor der kommunalen Neuordnung geschehen – durch die Stadt Heessen“, erklärte der Fachmann. Daher sei auch die Nachbarstadt Heessen dafür verantwortlich gewesen. Sicherlich würde man das heute so nicht mehr genehmigen. Nebenbei bemerkten die Kreisvertreter, dass ein Teil der Anlage, die künftig für Paintball genutzt werden soll, ursprünglich als Park für Soldaten vorgesehen war. Hinter dem Freizeitheim sollte demnach sogar mal eine Minigolfanlage entstehen.

Für Norbert Bing zählte nur das Fazit: „Keine Gesundheitsgefährdung feststellbar.“ Dennoch ließ Heinrich Artmann nicht locker. Dass nicht wenigstens die jüngeren Ablagerungen geahndet werden und offenbar jahrelang aufgrund Unkenntnis der Zuständigkeit geduldet wurden, stört ihn nach wie vor. Die Kreis-Experten betonten jedoch, es habe durchaus Vorgänge in dieser Sache gegeben. Allen Hinweisen sei jedes Mal nachgegangen worden.

Der SPD-Fraktionschef wertete diese Einlassungen Artmanns als erneuten Versuch, die Paintballanlage zu verhindern. „Wenn das der Fall ist, dann soll er das offen sagen.“ Auch Stephan Eifler (FDP) sah das so. „Ich habe den Verdacht, dass unter dem Deckmäntelchen der Abfallentsorgung dieses Freizeitprojekt ausgehebelt werden soll.“

Jetzt geht das Thema Paintball in den Rat, der am 18. Juli das letzte Wort über das Projekt spricht.

»Es geht mir langsam auf den Geist.«

Norbert Bing (SPD)
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