„Tag des offenen Denkmals“ am 8. September
Kolonie ist Alleinstellungsmerkmal

Ahlen -

Zum „Tag des offenen Denkmals“ stehen in Ahlen dieses Mal keine Einzelobjekte, sondern eine ganze Siedlung im Mittelpunkt. Anlass ist das 100-jährige Bestehen der Zechenkolonie. Es gibt drei Führungen, eine Ausstellung und mehrere Kinderrallyes.

Mittwoch, 14.08.2013, 18:08 Uhr

Eigentlich passt das bundesweite Motto ganz und gar nicht: „Unbequeme Denkmale – Jenseits des Guten und Schönen“ ist der „ Tag des offenen Denkmals “ in diesem Jahr überschrieben. Für die Zechenkolonie, die am 8. September in den Mittelpunkt gerückt wird, dürfte das nicht gelten, wie Stadtteilbüro-Leiter Hermann Huer­kamp am Mittwoch betonte: „Die Menschen leben gerne hier.“

Warum die einstige Bergarbeitersiedlung trotzdem als Gesamtensemble dabei ist? Sie feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Denkmalfachfrau Nicole Wittkemper , Stadtbaurat Andreas Mentz und Stadtplaner Mattias Bartmann stellten jetzt gemeinsam mit Landrat Dr. Olaf Gericke das Programm des Denkmaltages vor. In einem Rundgang im Schatten der Fördertürme ließen sie dabei die Besonderheiten der Gebäude – es gibt 18 Bautypen – auf sich wirken.

„Wir wollen bei den Führungen besondere Orte ansteuern, die sonst nicht zugänglich sind“, so Nicole Wittkemper. Dazu zählen private Gärten und Wohnungen. Ein leerstehendes Gebäude an der Hansastraße werde kurzerhand umgenutzt und zum Ausstellungsraum gemacht. „Jürgen Rheker wird dort Fotos aus 100 Jahren zeigen“, kündigte die Denkmalexpertin an.

Parallel läuft rund um Schacht 1/2 die beliebte „Zechenrallye“ für Kinder ab neun Jahren, mit der die Stadt bereits seit zwei Jahren gute Erfahrungen macht. Wer mitmachen möchte, kann sich in der Lohnhalle melden.

Stadtbaurat Andreas Mentz hob hervor, dass es keine Selbstverständlichkeit sei, dass Struktur und Aussehen der Siedlung „Neustadt“ ein ganzes Jahrhundert überdauert haben. „Das sieht in den Städten des Ruhrgebiets oft ganz anders aus“, weiß er und bezeichnete die hiesige „Denkmalfülle“ als Alleinstellungsmerkmal der Stadt Ahlen . Erster und Zweiter Weltkrieg sowie die große Abrisswelle der Wirtschaftswunderzeit haben sie glücklicherweise nur peripher erfasst.

Und es hat durchaus Zeiten gegeben, in denen die Kolonie unbequem und unschön war. 1970/71 wurde sogar geplant, weite Teile durch damals moderne Hochhausblöcke zu ersetzen. Als das Modell öffentlich wurde, gab es massive Proteste – ein Beleg für die enge Verwurzelung der Menschen, die hier leben, mit ihrer Umgebung. Seit über 25 Jahren wird intensiv an Erhalt und Sanierung gearbeitet. Nur noch wenige Gebäude zeigen heute den jahrzehntelang typischen „Dreckmantel“.

 

Zum Thema

Führungen am „Tag des offenen Denkmals“: 11, 14 und 16 Uhr; Startpunkt: Glückaufplatz 1; Infos unter Telefon 5 92 86

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»Die Menschen leben gerne hier.«

Hermann Huerkamp
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