Fotografin in Industrieruine Nahrath verunglückt
Frau stürzt rund acht Meter in die Tiefe

Ahlen -

Eine Fotografin ist am Samstagmittag bei der Motivsuche im ehemaligen Stanz- und Emaillierwerk Nahrath in Ahlen rund sechs bis acht Meter in die Tiefe gestürzt. Nach Angaben der Polizei zog sich die 31-Jährige schwere Verletzungen zu und musste mit einem Rettungshubschrauber in eine münsterische Klinik geflogen werden.

Samstag, 09.11.2013, 18:11 Uhr

Leerstehende Gebäude üben seit jeher eine magische Anziehungskraft aus. Allerdings nicht mehr nur auf Kinder und Jugendliche, die den Reiz des Verbotenen suchen, sondern in jüngster Zeit immer häufiger auf wagemutige Fotografen, die in Internetportalen die urbanen Zeugnisse des Vergänglichen dokumentieren wollen. Eine solche Expedition endete Samstagmittag dramatisch: Eine 31-jährige Fotografin aus Witten ist in der ehemaligen Emaillewarenfabrik Nahrath aus rund acht Metern Höhe abgestürzt. Sie erlitt schwere Verletzungen.

Das Unglück an der Industriestraße rief zahlreiche Feuerwehrkräfte, den Rettungsdienst und die Polizei sowie später auch den Rettungshubschrauber „Christoph 8“ auf den Plan. Nach Angaben der Polizei zog sich die 31-Jährige schwere Verletzungen zu und musste umgehend in das Klemens-Krankenhaus nach Münster geflogen werden.

Um 11.35 Uhr ging der Alarm in der Feuerwache ein. Unter Einsatzleitung von Brandoberinspektor Ronald Pälmke setzten sich ein Löschfahrzeug und ein Rettungswagen der Hauptwache in Bewegung. Der Ahlener Notarzt befand sich jedoch zur selben Zeit bereits in einem anderen Einsatz, so dass ein Kollege aus Sendenhorst angefordert wurde.

Vor dem folgenschweren Absturz hatte sich die Frau aus Witten gemeinsam mit einem 48-jährigen Freund unerlaubterweise Zutritt zu der Industriebrache verschafft. Wie die Polizei mitteilt, hatte das Duo schon mehrere Fotos gemacht, als eine morsche Holzdecke nachgab und eingestürzte. Die Fotografin fiel etwa sechs bis acht Meter tief auf einen Betonboden im Inneren der seit 1992 stillgelegten Fabrik.

Per Drehleiter verschaffte sich die Feuerwehr später Zutritt ins Gebäude und rettete die Frau aus dem ersten Stock. Lebensgefahr bestand nach ersten Einschätzungen der Kräfte vor Ort nicht. Der Begleiter der Fotografin blieb unverletzt.

Um dem Hubschrauber genug Landefläche zu bieten, wurde die Dolberger Straße in Höhe der Industriestraße für beide Fahrtrichtungen während der Rettungsarbeiten komplett abgesperrt. Auch der Eigentümer des Gebäudes sowie Ordnungskräfte der Stadt Ahlen wurden verständigt. Da es im Vorjahr mehrfach zu Kleinbränden in den Hallen gekommen war, ist das Gelände seit einigen Monaten komplett umzäunt. Völlig verhindern lässt sich das unbefugte Betreten des weiträumigen Areals aber offenbar nur sehr schwer.

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