Nach 56 Jahren wird Schluss sein
Das letzte Jahr läuft schon

Ahlen -

Auch wenn mancher traurig ist und die Schülerzahl stark geschrumpft: An der Bodelschwinghschule ist eher Ärmelaufkrempeln angesagt. 2014 endet die Geschichte der Schule an der Warendorfer Straße.

Dienstag, 12.11.2013, 09:11 Uhr

Schulschließung “ liest sich wie Ende. Dramatisch ist das für niemanden an der 2014 auslaufenden Bodelschwinghschule , aber zu tun hat mancher damit. Nicht nur organisatorisch.

Mit der letzten Entlassungsfeier nach 56 Jahren befasst sich Alois Nühse, der die Schule seit dem Jahr 2000 leitet, nicht vorrangig. Zum einen kommt ja vorher, am 26. Januar 2014, sein eigener Abschied in den Ruhestand. Zum anderen kümmert er sich mit Konrektorin Susanne Ben Achour und anderen Kollegiumsmitgliedern in der eigens gegründeten Arbeitsgruppe aktiv mit der Zukunft. „Wir kommen ja jetzt schon mit den Schollis zusammen.“ Die „Schollis“, das ist die Geschwister-Scholl-Schule, in die die verbleibenden Bodelschwinghschüler ab den Sommerferien gehen.

In dieser Woche treffen sich die Schülervertretungen beider Häuser. Die Jugendlichen beschnuppern sich schon mal. Angesichts des Altersquerschnitts im Lehrkörper gebe es da manchen, der schon daran zu schlucken habe, erwähnt Susanne Ben Achour. Eine Kollegin arbeite schon seit 33 Jahren hier, wirft Alois Nühse ein.

Die große Schulpolitik, der demografische Wandel und die Rolle der Hauptschule in der Gesellschaft – das sind die Gründe für das Auslaufen des Betriebs an der Warendorfer Straße , der dort am 29. April 1958 begonnen hatte.

Mit Schulsozialarbeiterin Christiane Heuser arbeiten Rektor Nühse und Kollegin Ben Achour auf das Ende hin, ohne Schwermut aufkommen zu lassen. Gottseidank habe die Stadt ja schon frühzeitig die Eltern der Schüler informiert, die zu 80 Prozent Migrationshintergrund haben. Der Trend weg von der Hauptschule – Alois Nühse nennt es „Abstimmung mit den Füßen“ – habe dazu geführt, dass man „schon schwer geschrumpft“ sei. Aktuell gehen noch rund 150 Kinder zum Unterricht, eine siebte Klasse hat gerade noch 24 Schüler. 1988 gab es noch 950 Bodelschwingh-schüler. „Als ich hier anfing, haben wir noch 80, 90 Schüler nach der zehnten Klasse verabschiedet. Jetzt“, sagt Christiane Heuser, „sind‘s noch 40.“

Die nach eigenen Angaben freundliche und konstruktive Zusammenarbeit mit den Kollegien der Geschwister-Scholl- und der Sekundarschule macht allen am Auslaufbetrieb Beteiligten den Job wesentlich leichter, „Wir wollen auf keinen Fall den Eindruck, dass wir herumjammern“, sagt Aolis Nühse auf seine typisch offene Art. Aber leicht fällt es niemandem.

Wir kommen ja jetzt schon mit den Schollis zusammen.

Leiter Alois Nühse
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