„Ökotest“ gab Schmuck in Auftrag
Dreimal Note „sehr gut“ für Raphael Fischer

Ahlen -

Bei einem Vergleichstest ist der Ahlener Goldschmiedemeister Raphael Fischer von der Zeitschrift „Ökotest“ für eine Auftragsarbeit aus Altgold mit „sehr gut“ benotet worden. Fischer hat aus einem Armreifen ein Anhänger gefertigt.

Montag, 30.12.2013, 08:12 Uhr

Aus alt macht neu – Für eine n Goldschmied tägliches Brot. Aber nicht immer erntet man dafür so viel Aufmerksamkeit wie Raphael Fischer . In der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift „ Ökotest “ wurde eine Auftragsarbeit des Ahlener Goldschmiedemeisters mit der Note „sehr gut“ beurteilt, während renommierte Anbieter von Goldschmuck wie Cartier , Christ, Tiffany oder Otto-Versand mit „Ungenügend“ bewertet wurden.

„Bei dem Anruf aus Frankfurt habe ich mir erst einmal nichts weiter gedacht“, erinnert sich Fischer im Gespräch mit der „AZ“. In dem Anruf fragte Ingrid Pohl von „Ökotest“ an, ob er ein Schmuckstück aus recyceltem Altschmuck herstellen könnte. Fischer machte sich umgehend ans Werk. Als Altgold diente ihm dabei ein Panzerarmband aus Gold.

Weil ihm inzwischen auch bewusst geworden war, dass es sich bei „Ökotest“ um einen besonderen Kunden handelte, hielt der Goldschmied jeden einzelnen Arbeitsschritt fotografisch fest, um die Herstellung des neuen Schmuckstücks dokumentieren zu können.

Als Ausgangsform benutzte Fischer eine Ossa Sepia Schale. Dabei handelt es sich um den Rückenschulp des Tintenfisches der Gattung Sepia. In diese schalenförmige Ausbuchtung hinein schabte er ein Motiv, dass nach dem Gießen den neuentstandenen Anhänger ziert. Der lässt sich von seiner neuen Besitzerin als Halsschmuck an einer Kette oder an einem Reif tragen.

„Ökotest“ bewertete das Kriterium wie Goldgehalt mit „sehr gut“. Dass der Ahlener gemeinsam mit drei weiteren Goldschmieden dreimal mit „sehr gut“ bewertet wurde, verdankt er der Tatsache, dass er die Herkunft des Goldes nachweisen konnte. Die Mitbewerber verwendeten „sauberes“ Primärgold, während die angefragten Juwelierketten den Nachweis nicht führen konnten.

In einem vorangehenden ausführlichen Artikel beschäftigt sich „Ökotest“-Redakteur Jürgen Stellpflug besonders mit der Goldgewinnung. Diese erfolgt mit wenigen Ausnahmen unter Inkaufnahme von größeren Umweltschäden in der Landschaft und hohen Gesundheitsrisiken bei den Schürfern. Abgesehen davon, dass in vielen Goldminen Kinder arbeiten.

„Mit Gold werden Kriege finanziert und Drogengelder gewaschen“, heißt es in dem Text. Deshalb sei es so wichtig, die Herkunft des Goldes nachweisen zu können. Stellpflugs Recherchen zufolge haben die Menschen bislang 166 000 Tonnen Gold aus dem Boden geholt. Davon seien zehn Prozent verloren gegangen. „Der Rest war mal Münze, mal Barren, mal Schmuck , weil sich das Edelmetall wieder und wieder recyceln lässt.“

Nicht ausgeschlossen, dass das heutige Altgold einst den Mayas und Inkas gehörte, das die spanischen Conquistadores raubten und mit nach Europa brachten. Mit dem Gedanken, dass an dem meisten Gold das Blut von Raub, Mord und Krieg klebt, müssen wohl alle leben.

Bei dem Anruf aus Frankfurt habe ich mir erst einmal nichts weiter gedacht.

Raphael Fischer
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2128124?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F1786291%2F2592577%2F
Nachrichten-Ticker