Auf dem Truppenübungsplatz der „Westfalen-Kaserne“
Staatsschutz ermittelt nach Explosion

Ahlen -

Eine Explosion auf dem Truppenübungsplatz der Ahlener „Westfalen-Kaserne“ hat am Dienstag den Staatsschutz auf den Plan gerufen. Vermutlich durch eine Rohrbombe wurde dort ein mobiles Toilettenhaus auseinandergerissen. Die Hintergründe und die genaue Tatzeit sind unklar.

Donnerstag, 06.02.2014, 20:02 Uhr

Nach einer Explosion, die sich vermutlich am Wochenende auf dem Truppenübungsplatz der Bundeswehr ereignet hat, ist jetzt der Staatsschutz aktiv geworden. Wie die „Ahlener Zeitung“ erfuhr, ist in einem mobilen Toilettenhäuschen allem Anschein nach eine Rohrbombe gezündet worden. Das Kunststoffgehäuse wurde dabei völlig zerstört.

„Die Hintergründe dieser Tat sind noch völlig unklar“, sagt Amanda Vorderderfler, Pressesprecherin der Polizei Dortmund, bei der auch der zuständige Staatsschutz angesiedelt ist. Politische Hintergründe seien bislang zwar nicht erkennbar, können jedoch nicht ausgeschlossen werden. „Wir ermitteln in alle Richtungen.“ Wann genau sich die Tat ereignet hat, wissen die Beamten noch nicht. Sie gehen davon aus, dass das Objekt am Wochenende explodiert ist. Entdeckt wurde der Schaden am Dienstag.

Dass sich auf dem Truppenübungsplatz nahe der „Westfalen-Kaserne“ häufig Zivilisten aufhalten, ist kein Geheimnis. Das weitläufige Gelände ist schließlich nicht durch Zäune gesichert, allenfalls durch schwarz-weiße Hinweisschilder mit dem Vermerk, dass es sich um einen militärischen Bereich handelt. Wer hier unterwegs ist, sollte also Vorsicht walten lassen.

Jährlich wird in Anzeigen darauf hingewiesen, dass der im Jahr 1934 angelegte Truppenübungsplatz kein Spielplatz ist. Wer seinen Hund dort ausführen will, hat ihn an die Leine zu nehmen. Der größte Teil des insgesamt 185 Hektar großen Geländes umfasst land- und forstwirtschaftliches Heessener Gebiet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Truppenübungsplatz zunächst als Siedlerstelle mehreren heimatvertriebenen Bauern zugeteilt. Allerdings wurde die Fläche mit der Gründung der Bundeswehr im Jahr 1955 und dem Bau der „Westfalen-Kaserne“ 1959 wieder in Betrieb genommen und unterliegt seither als militärischer Bereich besonderen Auflagen.

In den vergangenen Wochen standen die Kräfte der Bundeswehr in Ahlen, die das Areal nach wie vor für ihre Übungen nutzen, vermehrt Fällen von Vandalismus gegenüber. „Besagte Toilettenhäuschen sind bisher aber immer nur umgeworfen oder unter Einwirkung körperlicher Gewalt beschädigt worden“, sagt Oberleutnant Torsten Buschulte, Sprecher des Sanitätsregiments 22 „Westfalen“. Doch die jetzige Form der Zerstörung richte sich nicht nur gegen Sachwerte, sondern könne auch Unbeteiligte gefährden.

Die Polizei Dortmund bittet mögliche Zeugen, die Angaben zu dem Fall machen können, sich umgehend zu melden. Ein sogenanntes Hinweistelefon ist unter der Nummer 02 31 / 1 32 74 41 erreichbar.

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