Klangkunst-Schau eröffnet
Münsterland wird zu einer großen Klangregion

Ahlen -

Sichtbare Kunst kann man unter Umständen auch hören. „Soundseeing“ beweist das.

Sonntag, 23.02.2014, 17:02 Uhr

Provinz entscheidet sich für Prof. Stephan Froleyks nicht auf der Landkarte, sondern in den Köpfen. „Provinzielles habe ich in Ahlen an keiner Stelle gefunden.“ Mit diesen Worten bedankte sich Froleyks, Professor an der Musikhochschule Münster, für die Zusammenarbeit bei der Realisierung des Kunstprojektes „Soundseeing“, die am Sonntagmorgen von Bürgermeister Benedikt Ruhmöller in der Stadt-Galerie eröffnet wurde.

Eingestimmt auf das ungewöhnliche Klangerlebnis, das die Besucher in der Stadt-Galerie in den nächsten sechs Wochen erwartet, hatte der Freejazzer Claus van Webber, der mit seinem handabgemischten Konzert mit drei archaisch anmutenden Plattenspielern an Herkömmliches gewohnte Ohren Ungewohntes zumutete. Ruhmöller zeigte sich von einem solchen akustischen Entrée inspiriert und rief das Münsterland in den nächsten acht Monaten zur Klangkunstregion aus. Unter der Federführung der Landesmusikakademie NRW in Heek, deren Direktorin Antje Valentin der Bürgermeister begrüßte, hätten sich elf Kooperationspartner aus dem gesamten Münsterland zusammengefunden und ein Klangkunstfestival auf die Beine gestellt. Er freue sich, dass Ahlen den Startschuss für das münsterlandweite Projekt gebe.

Sie sei dankbar, dass Ahlen bei der 5. Auflage des Festivals in den Kreis der Kooperationspartner aufgenommen worden sei, sagte Cristina Loi. Die städtische Kulturchefin wies zugleich auf die Besonderheit hin, dass sich „Soundseeing“ in Ahlen nicht nur auf den Ausstellungsraum der Stadt-Galerie und das Bürgerzentrum beschränke, sondern auch noch mit der Musikschule und der Buchhandlung Sommer einige Außenstationen aufweise. Hinzu kämen noch die Maschinenzentrale und die Lohnhalle auf der Zeche sowie die Marienkirche als Konzertorte.

Froleyks, Kurator der Ausstellung, bedankte sich bei en Förderern und Sponsoren, explizit beim Ministerium für Kultur und der Kunststiftung und bescheinigte den Ahlener Projektpartnern der Kulturabteilung und der Kulturgesellschaft, mit den Experimentierstationen des außerschulischen Lernlabors PhänomexX, die sich in der Musikschule befinden, einen außergewöhnlichen didaktisch-pädagogischen Beitrag zu leisten.

Anschließend stellte Erwin Stache seine Saiten-Kasten-Matrix, bestehend aus 64 Schubladen, vor. Gemeinsam mit seinem Künstlerkollegen Hans W. Koch lieferte sich Stache einen optisch-akustischen Wettbewerb mit Hilfe von Laptops. Der Vierte des ausstellenden Künstlerquartetts, Tilman Küntzel, knüpft mit seiner Art von Visualisierungen von Tönen an die Anfänge dieser Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit Wassiky Kandinsky oder Lászlo Moholy-Nagy an.

„Soundseeing dauert biszum 30. März.

 

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