30 Jahre Bürgerzentrum Schuhfabrik
Geldscheine sind auch nur Papier

Ahlen -

„Post it“ – das sind eigentlich diese Klebezettel für Notizen. Der Künstler Oliver Breitenstein notiert auch was. Allerdings auf Fünf-Euro-Scheinen, die er an der verschiedenen Stellen in der Stadt verteilte. Pflücken erlaubt.

Freitag, 23.05.2014, 17:05 Uhr

Ja, sie sind echt und dürfen mitgenommen werden, die Fünf-Euro-Scheine, die seit gestern an allen möglichen Plätzen in der Innenstadt kleben. Wer genau hinschaut, sieht die Banknoten unter den vielen Aufklebern zum Beispiel an Laternenmasten. Die Aktion „Post it!“ des Künstlers Oliver Breitenstein fand im Rahmen der Jubiläumswoche des Bürgerzentrums Schuhfabrik statt. Er hat die Geldscheine mit Sprüchen versehen und schon in vielen Städten seine Aktion durchgeführt.

Mit einem dicken Bündel Scheine in der Hand zog er am Freitagmorgen los und klebte die Noten mit Uhu fest. Da er dann jeden Schein fotografierte, schauten manche Passanten kurz zu ihm hin. Doch das Geld entdeckte – zumindest in den ersten Minuten – noch keiner. Ein älteres Ehepaar sah etwas später die fünf Euro und las was auf dem Schein stand. Doch vorm Mitnehmen schreckten die beiden wohl zurück. Das Geld blieb am Laternenmast.

„Leute, die sie finden, sind angehalten, die Scheine zu pflücken“, erklärte Oliver Breitenstein vor der Aktion. Die Finder sollen das Geld ausgeben und so die Wirtschaft ankurbeln. „Geldscheine sind ein Anachronismus“, meinte der Künstler angesichts der virtuellen Bankgeschäfte der Wirtschaft. Einen richtigen Wert könne er in den Scheinen nicht mehr erkennen, da diese „beliebig reproduzierbar“ seinen.

Sein Ziel: „Den Kapitalismus mit den eigenen Mitteln schlagen.“ Zu der Aktion hielt er dabei ausdrücklich fest: „Es geht nicht um die Sprüche, sondern um das Geld.“ Generell sieht er den Umgang mit Geld in der Wirtschaft kritisch. „Mir geht es darum, dass die Scheine zufällig gefunden werden“, meinte er zu der Klebeaktion und will in den nächsten Tagen schauen, ob Scheine mitgenommen wurden. Das Geld stammt übrigens aus seiner privaten Kasse.

Als weitere Aktion verschenkte das Bürgerzentrum so genannte „UmFairteilungskästen“ an die Stadt Ahlen . Die sehen aus wie normale Stromkästen, dienen aber einer etwas anderen Verteilung: Dinge zum Tauschen und Teilen könnten darin beispielsweise Platz finden. Sie sollen Dreh- und Angelpunkt des Gebens und Nehmens sein und als interaktives Symbol für faires Handeln und ein gerechteres Teilen in der Gesellschaft stehen.

Am heutigen Samstag findet die Jubiläumswoche mit dem großen „Rückbesetzungsfest“ ihren Abschluss.

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