Ausgrabungen bei Riesenbeck beendet
Funde aus Eisenzeit und Spätmittelalter

Ahlen -

Ein beißender Öl-Gestank ist in diesen Tagen bei Baggerarbeiten auf dem Gelände des früheren Fuhrunternehmens Riesenbeck aufgetreten. Womöglich schon am heutigen Mittwoch wird es deswegen einen Ortstermin mit dem Kreisumweltamt geben. Unterdessen haben die Archäologen ihre Grabungen nahe der einstigen Stadtmauer beendet.

Dienstag, 09.09.2014, 22:09 Uhr

Archäologe Björn Buik hat neben mittelalterlichen Tonscherben und Überresten eines Fachwerkhauses auch ein paar Keramikreste aus der Eisenzeit entdeckt. Gleichzeitig beschäftigen sich Stadt- und Kreisumweltamt mit möglichen Altlasten des inzwischen abgerissenen Unternehmens Riesenbeck, das auf dem Gelände einst eine Tankstelle für seinen Fuhrpark betrieb.
Archäologe Björn Buik hat neben mittelalterlichen Tonscherben und Überresten eines Fachwerkhauses auch ein paar Keramikreste aus der Eisenzeit entdeckt. Gleichzeitig beschäftigen sich Stadt- und Kreisumweltamt mit möglichen Altlasten des inzwischen abgerissenen Unternehmens Riesenbeck, das auf dem Gelände einst eine Tankstelle für seinen Fuhrpark betrieb. Foto: Christian Wolff

Vo rerst beendet sind die archäologischen Untersuchungen auf dem Gelände des früheren Fuhrunternehmens Riesenbeck an der Ecke Südenmauer / Im Kühl. In den vergangenen Tagen wurde in drei Suchschnitten nach Spuren früherer Besiedlung nahe der einstigen Stadtmauer gesucht (die „AZ“ berichtete). Die Auswertung durch die Fachleute des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) erfolgt bereits in Kürze. „Sollte sich dabei etwas Bahnbrechendes ergeben, werden wir die Öffentlichkeit in Abstimmung mit den Fachleuten darüber informieren“, verspricht Stadtsprecher Frank Merschhaus .

Fest steht bislang, dass sich unter den Funden Keramikscherben aus dem Mittelalter, aber auch aus der Eisenzeit befinden. Auch Dr. Christoph Grünewald, Leiter der Außenstelle Münster beim Westfälischen Museum für Archäologie des LWL, hat sich vergangenen Freitag in Ahlen über den Grabungssachstand informiert.

Wie die „AZ“ erfuhr, sind einige Funde auf das 13. Jahrhundert zu datieren. Der größte Teil der rund 100 Kleinteile stammt aus dem Spätmittelalter , also dem 16. bis 17. Jahrhundert. Völlig untypisch ist indes die Ausgrabung von Keramikresten aus der Eisenzeit (etwa 500 Jahre vor Christus). Die Fachleute gehen daher nach einer ersten Einschätzung davon aus, dass es sich um – womöglich mehrfach – umgelagerte Erdschichten handelt, auf die sie gestoßen sind.

Zugleich beschäftigt sich das Umweltamt des Kreises Warendorf mit Altlasten auf dem Grundstück, wie Sprecher Norbert Kampelmann auf „AZ“-Anfrage bestätigte. Bei Baggerarbeiten hatte sich in diesen Tagen ein beißender Öl- oder Kraftstoffgestank eingestellt. „Das Grundstück war in unserem Altlastenkataster seit langem verzeichnet. Doch genau dort, wo jetzt die Altlasten-Rückstände aufgetreten sind, haben wir sie nicht erwartet“, erklärt Kampelmann. Insofern sei die Meldung überraschend gewesen. „Es wird umgehend einen Ortstermin geben, an dem neben den Umweltamtsvertretern voraussichtlich auch Gutachter und Archäologen teilnehmen werden, mit denen wir uns abstimmen müssen.“ So soll über das weitere Vorgehen entschieden werden.

Im Sozialausschuss der Stadt wurden am Montag bereits weitere Details für die Neubauplanung einer Pflegeeinrichtung auf dem Gelände vorgestellt (Bericht auf Lokalseite 3).

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