Neue Broschüre der Verbraucherzentrale
Hilfe im Wirrwarr der Energieausweise

Ahlen -

Wer ein Haus kaufen oder mieten will, kann zuvor Einblick in den Energieausweis nehmen. Aber nach der Novellierung der Energieeinsparverordnung hat sich bei den Regelungen für die Ausweise einiges geändert.

Donnerstag, 25.09.2014, 16:09 Uhr

Was sagt der Energieausweis über den Energieverbrauch aus? Joachim Rölfing und Anne Schulze Wintzler können in dieser Frage weiterhelfen.
Was sagt der Energieausweis über den Energieverbrauch aus? Joachim Rölfing und Anne Schulze Wintzler können in dieser Frage weiterhelfen. Foto: Sabine Tegeler

Wer ein Haus kaufen oder mieten will, schaut in die Immobilienanzeigen. Und findet dort zwar so einige Angaben, aber nicht unbedingt die, die laut Energieeinsparverordnung erwähnt sein müssen: den Energiekennwert des Gebäudes zum Beispiel. Und die Effizienzklasse.

Die Verbraucherzentrale hat nach der Novellierung der Verordnung im Mai und den daraus resultierenden geänderten Regeln für den Energieausweis die Probe aufs Exempel gemacht. In Ahlen und 46 anderen NRW-Städten schauten sich die Verbraucherschützer die Immobilienanzeigen genau an. Und stellten fest, dass in gut 40 Prozent der Anzeigen und Aushänge der Energiekennwert fehlte. Auch die Angabe, welche Art von Energieausweis – ob Bedarfs- oder Verbrauchsausweise – vorliegt, fehlte in 46 Prozent der Fälle.

Anne Schulze Wintzler, Leiterin der örtlichen Verbraucherberatungsstelle, und Energieberater Joachim Rölfing wissen, dass das Thema Energieausweis bei Hausbesitzern, -käufern und Mietern ein immer aktuelles ist. Zumal die gesetzlichen Bestimmungen es den an Häusern Interessierten nicht unbedingt leicht machen, die ungefähren Energiekosten für ein Objekt abschätzen zu können. „Es gibt zwei Arten von Energieausweisen“, erklärt Joachim Rölfing – den Verbrauchs- und den Bedarfsenergieausweis. Ersterer weist das Energieverbrauch-Mittel der letzten drei Jahre aus. „Nicht gerade aussagekräftig“, befindet der Energieberater. Für einen Bedarfsausweis hingegen wird das Haus technisch erfasst: „Das sagt also etwas über die Qualität eines Gebäudes aus.“ Der Bedarfsenergieausweis ist aber nur bei gewissen Kriterien – ein bestimmtes Alter und Zahl der Wohneinheiten – vorgeschrieben, ansonsten können Eigentümer die Ausweisart selbst wählen.

Noch verwirrender ist, dass es alte und neue Energieausweise gibt. In den neuen Ausweisen ist die Effizienzklasse ähnlich wie bei Elektrogeräten von A+ im absolut grünen Bereich bis zum tiefroten H (Energieschleuder) eingeteilt – und das viel strenger als in alten Ausweisen. Heißt für einen Kauf- oder Mietinteressenten: Ein 2009 ausgestellter Ausweis weist die Energieeffizienz eines Gebäudes vielleicht als völlig in Ordnung aus, der 2014 ausgestellte Ausweis für das gleiche Haus schiebt es eher in einen unbefriedigenden Wert.

Damit sich sowohl Eigentümer als auch Käufer oder Mieter besser zurechtfinden, hat die Verbraucherzentrale eine Broschüre herausgegeben, die es leichter macht, den Energieausweis und die darin enthaltenen Angaben zu verstehen. „Die Broschüre gibt es bei uns kostenlos und wir sagen auch jedem noch ein paar Sätze dazu“, hilft Joachim Rölfing weiter.

Und auch jene, die einen Energieausweis vorliegen haben, sind willkommen, wie Anne Schulze Wintzler erklärt: Wenn jemand damit komme, könnten die Berater die Angaben entsprechend deuten.

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