Doppelausstellung mit Werken von Alfred Lachauer
Grautöne statt Farbexplosionen

Ahlen -

Stadt-Galerie und Kunstmuseum zeigen parallel Werke des Künstlers Alfred Lachauer – getrennt nach den Schaffensphasen.

Montag, 23.02.2015, 13:02 Uhr

Eröffneten die Ausstellung in der Stadt-Galerie: Vorsitzende der Kulturgesellschaft, Renate Franke, Dr. Bennie Priddy, Alfred und Elif Lachauer, Michaela Mormann und Bürgermeister Benedikt Ruhmöller.
Eröffneten die Ausstellung in der Stadt-Galerie: Vorsitzende der Kulturgesellschaft, Renate Franke, Dr. Bennie Priddy, Alfred und Elif Lachauer, Michaela Mormann und Bürgermeister Benedikt Ruhmöller. Foto: Dierk Hartleb

Die Idee, zwei Werkgruppen eines einzigen Künstlers aus verschiedenen Zeiten auch räumlich voneinander getrennt zu präsentieren, hat etwas Interessantes: Als am Samstagabend die Ausstellung „Linie - Farbe - Linie“ mit Arbeiten aus einer früheren Schaffensphase Alfred Lachauers im Kunstmuseum eröffnet wurde, hatten viele der Besucher schon die vorangegangene Vernissage „Bildfindungen“ in der Stadt-Galerie erlebt. Nach den farbenreichen Abstraktionen aus jüngerer Zeit dort, traf man hier – gleichsam einer kleinen Reise in die Vergangenheit des aus Ahlen stammenden Künstlers – auf farblich reduzierte und von Grautönen dominierte Arbeiten. Die meist unbetitelten Bilder auf Papier stammen aus den 1980er und 90er Jahren.

Museumsdirektor Burkhard Leismann begrüßte die Besucher gemeinsam mit dem Künstler schon im Erdgeschoss. Der Dialog zur Einführung in „Line - Farbe - Linie“ zwischen künstlerischem Direktor und Kunstschaffendem begann sogleich: Leismann machte angesichts der ebenfalls im Kunstmuseum präsentierten Werke Arnulf Rainers auf Gemeinsamkeiten aufmerksam, die bei genauem Hinsehen in den Arbeiten beider mitunter erkennbar sind.

Anschaulich und lebendig erläuterte Alfred Lauchauer anschließend im Obergeschoss des Museums die eigenen Arbeiten. Vor den interessierten Besuchern erklärte er, wie seine Bilder entstanden sind und wie es zu unterschiedlichen Schaffensperioden kam. Zum Beispiel dadurch, dass ihm Professor Nagel an der Akademie – nachdem er zunächst der surrealistischen Malerei zugewandt war – zu mehr Grafik und weniger Farbe geraten habe. Die im Kunstmuseum ausgestellten Arbeiten zeugen von dieser liniendominierten Phase: „Die Bilder haben auf so manche schon wie graue Vorhänge oder Gitter gewirkt“, schilderte Lachauer aus zahlreichen Gesprächen mit Betrachtern. Dabei könne man doch auch in Grau-Abstufungen so etwas wie farbliche Wirkung erkennen. Der Dialog zwischen Lachauer und Leismann entwickelte sich für die Besucher zu einem spannenden Einblick in die Arbeitsweise des Künstlers.

Unter den 63 Exponaten finden sich nicht nur Grau-Nuancen: Manchmal hat sich Lachauer, trotz aller graphischer Durchdachtheit, spontan für die eine oder andere Farbgebung entschieden. Eine Mischtechnik von 2014, unter anderem mit Siebdruck gefertigt, fügt sich fast unbemerkt als einzige neue Arbeit in die „Linien - Farben - Linien“ der 80er und 90er Jahre ein.

„Das Maß ist das Innehalten des Künstlers selbst, ob ein Bild fertig ist,“ erklärte Lachauer dazu. Und Burkhard Leismann ergänzte, dass es Sache des Betrachters sei, ob er sich nach dem abgeschlossenen künstlerischen Schaffensprozess im Bild wiederfinde.

Was Alfred Lachauers Werke „Linie - Farbe - Linie“ anbelangt, ist dazu im Kunstmuseum - übrigens erstmals in Zusammenarbeit mit der Kulturgesellschaft - bis zum 26. April Gelegenheit.

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