Gründungsversammlung steht bevor
„Stadtbild-Macher“ bereichern Vereinslandschaft

Ahlen -

Der geplante Abriss der Fabrikantenvilla Mentrup führte vor einem Jahr dazu, dass sich eine Initiative für Stadtbildpflege formierte, die helfen möchte, den Verlust denkmalwerter Substanz in Ahlen zukünftig zu verhindern. Inzwischen ist daraus der Verein „Stadtbild-Macher“ entstanden.

Freitag, 06.03.2015, 09:03 Uhr

Die historische Inneneinrichtung des „Schützenhofes“ – hier eine Aufnahme aus dem Jahr 1995 – ist jüngstes Beispiel für den Verlust denkmalwerter Substanz in Ahlen.
Die historische Inneneinrichtung des „Schützenhofes“ – hier eine Aufnahme aus dem Jahr 1995 – ist jüngstes Beispiel für den Verlust denkmalwerter Substanz in Ahlen. Foto: Christian Wolff

Der Verfall des Hauses Holtermann, der Abriss der Villa Kerkm ann und der drohende Verlust der Villa Mentrup sowie erst jüngst die Zerstörung des Inventars im „Schützenhof“ – allesamt Entwicklungen, die unter den Bürgern für Unmut sorgen und öffentlich Wellen schlagen. Aber es motivierte auch eine Gruppe von Ahlenern, selbst für das Thema Denkmalschutz aktiv zu werden. Ergebnis ist jetzt die Gründung eines neuen Vereins: „Ahlener Stadtbild-Macher e.V.“.

„Der Initiativkreis ist bereits seit Februar 2014 tätig“, sagt Silke Büscher-Wagner , die durch einen Bericht der „AZ“ die Initialzündung gab. Die Eintragung als Verein erfolgte genau ein Jahr später – im Februar dieses Jahres. „Der Auslöser dafür war der geplante Abriss der Villa Mentrup am Lütkeweg 19. Zu diesem Zeitpunkt war die Erweiterung des Seniorenzentrums ,Gezeitenlands‘ schon konkret geplant“, erinnert sich die Ahlenerin, die selbst in einem denkmalgeschützten Haus im Nordenstadtteil wohnt. Die Gruppe um Büscher-Wagner bezog eine klare Position gegen den Abriss des baulichen Zeugnisses der Industrialisierung und setzte sich für eine Unterschutzstellung durch die Untere Denkmalbehörde ein. Im Rahmen einer Unterschriftenaktion unterzeichneten 700 Ahlener für den Erhalt. Ein privater Investor kaufte schließlich das Haus und sicherte somit den Erhalt dieses historischen Gebäudes. „Heute steht es unter Denkmalschutz“, freut sich Silke Büscher-Wagner.

Aus dieser Unterschriftenaktion heraus gründete sich der Verein mit Unterstützung des Initiativkreises „Förderverein Fördertürme“, der auch das Industriekulturgut „Blauer Wasserturm“ durch sein Engagement bewahrt.

Silke Büscher-Wagner

Silke Büscher-Wagner Foto: Christian Wolff

Die Gründungsversammlung der Ahlener Stadtbild-Macher e.V. folgt nun am Dienstag, 10. März, um 19 Uhr im Restaurant „Chagall“, Weststraße, in der „Upkammer“. Silke Büscher-Wagner soll dort den Vorsitz übernehmen. Für die weiteren Ämter stehen Carmen Lütkehaus (Vize-Vorsitzende), Martin Büscher (Medienwart), Christa Quante-Ottemeier (Kassiererin) und Barbara Harsch (Schriftführerin) zur Verfügung. Christian Tripp und Horst Schulte haben sich bereiterklärt, die Beisitzerposten zu übernehmen. Der Verein will Ideengeber sein, Menschen und Nutzungen zusammenführen. „Wir sehen uns als unkomplizierter und fachkompetenter Partner bei problematischen Sachverhalten. Auch die Sanierung und Zuführung einer Wiedernutzung von wichtigen Bauobjekten gehören zu unseren Schwerpunkten“, sagt die Initiatorin. „Durch die Sensibilisierung für historische Werte durch Wissensvermittlung haben wir einen entscheidenden Schritt getan, um schmerzliche Verluste für das Stadtbild, wie wir sie leider häufig erlebt haben in den vergangenen Jahren, zu vermeiden.“

Wer sich für den neuen Verein interessiert, kann sich bei der Versammlung mit S ilke Büscher-Wagner in Verbindung setzen oder eine E-Mail an AhlenerStadtbildmacher@t-online.de verfassen.

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