Erste Aussage in Vergewaltigungsprozess
Es flossen Mengen von Alkohol

Ahlen / Münster -

Einer der beiden wegen Vergewaltigung einer jungen Frau Angeklagten hat eine Aussage gemacht. Der 25-Jährige schilderte den mutmaßlichen Tattag aus seiner Sicht und räumte – einvernehmliche – sexuelle Handlungen ein. Das Gericht sah sich die dabei entstandenen Filmaufnahmen an.

Mittwoch, 11.03.2015, 08:03 Uhr

Symbolbild
Symbolbild Foto: dpa

Der eine sitzt dort wie ein Schüler vor der Klausur, während der andere jedes seiner Worte mit Bedacht formuliert. Im Missbrauchsprozess um die gemeinschaftliche Vergewaltigung einer jungen Frau („AZ“ vom 18. Februar) hat der 25-jährige Angeklagte Dienstag eine Erklärung zur Person und Sache abgegeben. Bis ins letzte Detail gab er in einer über dreieinhalbstündigen Erklärung Einblicke in seine Biografie.

Er berichtete von Events und Auslandsaufenthalten, Beziehungen und Partys. Letztere dienten der allgemeinen Auflockerung und zu mehr. Die Suche nach „geeigneten“ Frauen hatte Erfolg. Es meldete sich eine Frau und zeigte sich auf Bildern leicht bekleidet. Die Frage, ob sie eine „offenherzige“ Freundin kenne, verlief demnach positiv. An dem mutmaßlichen Tattag erschien aber nur eine Frau zum verabredeten Treffen. Es wurden Mengen verschiedener Alkoholika konsumiert und Zärtlichkeiten ausgetauscht, die sich steigerten. Demnach saßen der Mitangeklagte und die Frau später halbnackt auf dem Sofa, wo sie sexuelle Handlungen durchführten.

Später verlagerte sich das ins Schlafzimmer. Auch er habe sich ausgezogen, berichtete der 25-Jährige, und sei zu ihnen ins Schlafzimmer gegangen. „Ich habe mit meinem Handy verschiedene Aufnahmen gemacht. Sie hatte ja mal gesagt, sie stünde darauf.“ Als die Frau dann sagte, sie wolle das nicht, habe er das Filmen eingestellt. (Ausführliche Berichterstattung in der Mittwochsausgabe der „Ahlener Zeitung“)

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