Gemeinsame Kandidatin von SPD, Grünen und Linken
Ursula Woltering will Bürgermeisterin werden

Ahlen -

Ursula Woltering möchte als erste Frau auf dem Chefsessel im Ahlener Rathaus Platz nehmen. SPD, Grüne und Linkspartei haben die 53-Jährige als gemeinsame Kandidatin für die Bürgermeisterwahl am 13. September aufs Schild gehoben.

Freitag, 13.03.2015, 19:03 Uhr

Ursula Woltering soll und will Ahlens erste Bürgermeisterin werden. Die drei Parteivorsitzenden Reiner Jenkel (Linke), Steven Scholle (SPD) und Dieter Bröer (Grüne) glauben, mit ihr werde ein frischer Wind durchs Rathaus wehen.
Ursula Woltering soll und will Ahlens erste Bürgermeisterin werden. Die drei Parteivorsitzenden Reiner Jenkel (Linke), Steven Scholle (SPD) und Dieter Bröer (Grüne) glauben, mit ihr werde ein frischer Wind durchs Rathaus wehen. Foto: Peter Harke

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte könnte die Wersestadt bald von einer Frau „regiert“ werden. Ursula Woltering traut sich das zu. „Ich möchte Bürgermeisterin von Ahlen werden“, erklärte die 53-Jährige, die von allen nur Ulla genannt wird, Freitagnachmittag selbstbewusst vor der Presse im Restaurant „Chagall“, eingerahmt von drei höchst zufrieden dreinblickenden Parteivorsitzenden. SPD , Grüne und Linke heben die Leiterin des Fachbereichs Jugend und Soziales bei der Stadt Ahlen als ihre gemeinsame Kandidatin für die Wahl am 13. September aufs Schild. Die freien Wählergruppierungen BMA und FWG unterstützen Wolterings Kandidatur nicht – weil sie SPD-Mitglied ist.

Noch vor einer Woche galt Carlo Pinnschmidt als Mann der Stunde. Doch wegen fehlenden Rückhalts innerhalb des Fünf-Parteien-Bündnisses, das die SPD schmieden wollte, zog er seine Bewerbung wieder zurück. Dieter Bröer zollte dem Stadtmarketingmanager wie auch dem zuvor im internen Auswahlverfahren unterlegenen Polizeibeamten Frank Schulz gestern ausdrücklich Respekt, machte aber keinen Hehl daraus, die Vorschläge hätten nicht dem entsprochen, „was wir uns vorgestellt hatten“. Bröer: „Es hat nicht gereicht.“ Ursula Woltering hingegen erfülle alle Anforderungen: „Eine integre Persönlichkeit. Jemand, der moderieren kann. Und eine Frau!“ Der Sprecher des Ortsverbandes von Bündnis 90 /Die Grünen ist überzeugt: „Wir werden einen ganz neuen Führungsstil erleben im Rathaus.“ Woltering werde es gelingen, das kreative Potenzial, das in der Stadt vorhanden sei, zu heben.

Der Vorsitzende der Linkspartei , Reiner Jenkel, jubilierte: „Rot-Rot-Grün jetzt auch in Ahlen!“ Er sei „selten so froh gewesen wie heute“. Wie Bröer glaubt auch Jenkel: „Ulla Woltering wird eine Bürgermeisterin sein, die nicht polarisiert.“

SPD-Vorsitzender Steven Scholle wollte am liebsten keine „Vergangenheitsbewältigung“ mehr betreiben, lieferte aber auf Nachfrage doch eine Begründung für das zunächst gewählte, letztlich gescheiterte Prozedere bei der Kandidatensuche: „Wir haben versucht, gezielt jemanden ohne Parteibuch zu finden.“ Dabei habe die SPD – im Unterschied zu anderen – „ihre Eigeninteressen zurückgestellt“.

Ulla Woltering versicherte, sie fühle sich nicht als „zweite Wahl“. Trotz der Vorgeschichte habe sie sich zur Kandidatur bereiterklärt, „weil ich merke, dass ich das kann und will“. Jetzt sei auch unter familiären Aspekten der richtige Zeitpunkt. „Die Kinder sind aus dem Haus.“ Ihren Wahlkampf will die Diplom-Pädagogin unter dem Motto führen: „Mit Herz, Hand und Verstand für Ahlen“. (Weitere Berichte in der Samstagausgabe der „AZ“.)

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