Nur Notversorgung in städtischen Kindergärten
Gähnende Leere statt Gewusel

Ahlen -

Eine Handvoll Kinder – mehr waren es nicht, die sich am Montagmorgen im Freien vergnügten. In der Kita Lilienthalweg waren die Erzieherinnen der Aufforderung zum Streik gefolgt und zur Demonstration für mehr Geld nach Münster gefahren.

Dienstag, 24.03.2015, 08:03 Uhr

Leer. Aber die Gruppenräume in der Kita Lilienthalweg wären auch nicht viel voller gewesen, wenn das Wetter schlechter gewesen wäre. Es war nur eine Notgruppe gewährleistet.
Leer. Aber die Gruppenräume in der Kita Lilienthalweg wären auch nicht viel voller gewesen, wenn das Wetter schlechter gewesen wäre. Es war nur eine Notgruppe gewährleistet. Foto: Jörg Pastoor

Auch wenn nicht schönes Wetter gewesen wäre: Fast leer wäre die Kita Lilienthalweg am Montag dennoch geblieben. Streik der Erzieherinnen, das hieß Notgruppenbetrieb. Nur die Eltern, die aus Berufsgründen auf die Betreuung ihrer Kleinen angewiesen waren, konnten sie bringen. Und nur in die jeweilige Einrichtung.

Die Gewerkschaft Verdi hatte ihre Mitglieder für Montag zum Arbeitskampf aufgerufen. Auch die städtischen Kindertagesstätten waren vom Streik betroffen. Die Stadtverwaltung hatte dafür Sorge getragen, dass die nötigste Versorgung gewährleistet wird: Notgruppen gab es in den Tagesstätten Beumers Wiese, Milchzahn und Lilienthalweg. Geschlossen blieb der Kindergarten Ostwall, da für den Montag ohnehin ein Planungstag ohne Kinderbetreuung vorgesehen war.

Die Kinder selbst waren einigermaßen verwundert, dass alles so viel ruhiger war als sonst und so viele Spielkameraden fehlten.

Die in den Ausstand getretenen Erzieherinnen und einige Sozialarbeiter fuhren vom zentralen Treffpunkt, dem Stadthallen-Parkplatz, am Montagmorgen zur Demonstration nach Münster , wo die zweite Verhandlungsrunde für die bundesweit über 240 000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst begannen. Verdi hatte deshalb dort zu einer Kundgebung aufgerufen, wozu nach eigenen Angaben 2000 Teilnehmer erwartet worden waren. Gekommen sind laut Geschäftssekretärin Julia Wolters vom Bezirk Münsterland der Dienstleistungsgewerkschaft, über 2000 zum Freiherr-vom-Stein-Platz vor dem Landeshaus. Das fand sie „großartig“. Aus Ahlen seien es geschätzt 40 Teilnehmer gewesen.

Die Gewerkschaft fordert zehn Prozent mehr Gehalt für alle Beschäftigten in einem Beruf, in dem die Anforderungen in den letzten Jahren immer stärker gestiegen seien.

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