Bürgerinitiative gegen Straßenumbenennungen
Mehr als doppelt so viele Unterschriften wie nötig

Ahlen -

2400 Unterschriften müsste die Bürgerinitiative gegen die geplante Umbenennung von vier Straßen im Stadtgebiet vorlegen, um ein Bürgerbegehren in den Stiel zu stoßen. Mit 4877 Unterzeichnern haben die Organisatoren nun sogar mehr als doppelt so viele Unterstützer gefunden.

Dienstag, 31.03.2015, 08:03 Uhr

Dr. Detlef Girke (rechts oben) und seine Mitstreiter aus der Anwohnerinitiative wollen ein Bürgerbegehren starten, um die Umbenennung von vier Straßen zu kippen.
Dr. Detlef Girke (rechts oben) und seine Mitstreiter aus der Anwohnerinitiative wollen ein Bürgerbegehren starten, um die Umbenennung von vier Straßen zu kippen. Foto: Christian Wolff

Die Auswertung der 362 Listen ist abgeschlossen – und bringt ein Ergebnis zutage, mit dem selbst die Initiatoren nicht gerechnet haben: 4877 Ahlener haben per Unterschrift bekräftigt, dass sie gegen eine Umbenennung von Agnes-Miegel-Straße , Friedrich-Castelle-Weg, Karl-Wagenfeld-Platz und Pfitznerweg sind. Das sind mehr als doppelt so viele wie nötig. Um das von der Anwohnerinitiative angestrebte Bürgerbegehren einzuleiten, hätten lediglich 2400 Unterschriften vorgelegt werden müssen.

Seit Februar warben Dr. Detlef Girke aus Vorhelm und seine Ahlener Mitstreiter für ihr Ansinnen, weil sie die Argumentation der Verwaltung, die Namensgeber hätten sich nicht ausreichend vom Nazi-Regime distanziert, für einseitig halten. „Die Fachleute streiten sich“, hatte Dirk Hachmeister , Anwohner des Pfitznerwegs, konstatiert. „Leider wurden Experten, die anderer Meinung waren, von der Stadt kaum berücksichtigt oder eingeladen.“ Darauf wurden die Bürger an mehreren Wochenenden durch Infostände aufmerksam gemacht (die „AZ“ berichtete).

Der Rückhalt war ein wichtiger Aspekt, der vor den Aktivitäten der Initiative nicht absehbar war. „Wir möchten uns an dieser Stelle für die breite Solidarität der Ahlener Bevölkerung bedanken“, sagt Dr. Detlef Girke. „Bleibt zu hoffen, dass der Rat so viel Vernunft zeigt und es zu keinem Bürgerentscheid im August kommen lässt, der mit einem hohen Kostenaufwand verbunden wäre und der bei der vier Wochen später stattfindenden Bürgermeisterwahl erneut aufzubringen wäre.“

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