Österlicher Wildwuchs erreicht neue Dimensionen
Container-Standorte stehen im Müll

Ahlen -

Ahlens Containerstandorte für Altkleider und Altglas entwickeln sich immer mehr zu wilden Müllkippen. Ostern war‘s besonders schlimm.

Mittwoch, 08.04.2015, 09:04 Uhr

Stadt und DRK räumen auf: Ludger Karshüning mit Kinderhochsitz am Standort Beumers Wiese, Jürgen Nienaber mit Teppich am Amselweg.
Stadt und DRK räumen auf: Ludger Karshüning mit Kinderhochsitz am Standort Beumers Wiese, Jürgen Nienaber mit Teppich am Amselweg. Foto: Ulrich Gösmann

„Die haben doch‘n Knall!“ Rotkreuzler Jürgen Nienaber will nicht glauben, was ihm Entrümpler über Ostern vor die Altkleidercontainer gepackt haben. Der Standort Bodelschwingh­schule steht am Dienstag im Müll . Unterhosen, Socken, Elektroschrott, Tapeten und Teppichböden – hier und anderswo.

Was Leserin Marion Schlieper bereits am Vortag als Schnappschuss vom Eckpunkt Parkstraße / Schöneberger Straße in die „AZ“-Redaktion geschickt hatte, zeigt sich auch anderswo im Stadtgebiet. „Der Kollege ist unterwegs“, lässt Matthias Krätzig , Einsatzleiter Stadtreinigung bei den Ahlener Umweltbetrieben wissen – und bestätigt, was viele ärgert.

Alles war dabei.

Ludger Karshüning

„Sobald die ersten Sonnenstrahlen durchblitzen, wird es wild“, sagt Krätzig und nennt die drei aktuellen Brennpunkte: Beumers Wiese, Dr.-Paul-Rosenbaumplatz und Von-Achenbach-Straße. Letzterer hinter dem Baumarkt abseits gelegen und besonders aufnahmefreudig für Dinge des alltäglichen Lebens, die hier nicht hingehören. Ludger Karshüning, Mann von der Stadtreinigung, macht hier am Dienstagmorgen gleich als Erstes „klar Schiff“. „Alles war dabei“, lässt er kopfschüttelnd wissen. Offensichtlich sei über Ostern tapeziert worden. Zu Haus- und Sperrmüll auch Altglas , das auf halbvollen Glascontainern steht – oder davor. Manche seien wohl zu faul, sie selbst einzuwerfen.

Teppichboden im Altkleidercontainer. Für Jürgen Nienaber nichts Neues.

Teppichboden im Altkleidercontainer. Für Jürgen Nienaber nichts Neues. Foto: Ulrich Gösmann

Nicht weniger schlimm und über Nacht weiter gewachsen: der Müllberg am Standort Beumers Wiese. Ein Kinderhochsitz ist hinzugekommen, Autoteile und eine Matratze liegen eingebettet in einem Berg alter Hosen und Hemden. Der schnelle Zugriff könnte schmerzhaft werden. Zerschlagenes Glas blitzt in der Morgensonne durch Socken und Slips. Selbst Arbeitshandschuhe garantieren keinen Schutz vor Schnittwunden. „Schlimm“, sagt Karshüning. Schlimmer ginge es nur noch am Rosenbaumplatz.

Wir haben den Service ein bisschen heruntergefahren, damit der Bürger genau das auch mal sieht.

Matthias Krätzig

Jürgen Nienaber, fürs DRK ehrenamtlich mit Lkw auf Containerrundreise, kriegt beim Stopp an der Bodelwinghschule schlechte Laune: „Am Samstag war ich erst hier.“ Jetzt sehe es wieder genauso aus. Vor den Containern – und auch darin mit all den Fehleinwürfen. Kleingeschnittener Teppichboden blockiert neben gelben, mit Hausmüll gefüllten Säcken Platz für Textilien. Die liegen draußen frei herum. Möglicherweise seien sie in guter Absicht sauber verpackt abgestellt worden. Aber offensichtlich gebe es Plünderer, die alles durchsuchten. Im Stadtgebiet stünden doch genug Container. „Leute, fahrt doch einfach mal eine Straße weiter“, appelliert Nienaber. Oder direkt damit zum Roten Kreuz. Da sei die Containerwelt noch in Ordnung. Am Amselweg hatte der DRK-Fahrer am Morgen seine liebe Mühe, eine vier Meter lange Teppichrolle eigenhändig auf den Laster zu hieven. Im Laufe des Tages kommen noch Elektroschrott, klassischer Haus- und Sperrmüll hinzu. Alles durch die Containerluken geworfen. Oder einfach davor.

„Wir haben den Service ein bisschen heruntergefahren, damit der Bürger genau das auch mal sieht“, erklärt Entsorger Matthias Krätzig. Sonst dreimal wöchentlich auf Reinigungsrundreise würden die Standorte jetzt nur noch einmal angefahren.

Containerstandort Bodelschwinghschule. Die Altkleider liegen neben den Containern. Und nicht nur die.

Containerstandort Bodelschwinghschule. Die Altkleider liegen neben den Containern. Und nicht nur die. Foto: Ulrich Gösmann

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