„Ahlener Stadtbildmacher“
Neue Abrisspläne im Fokus

Ahlen -

Nach dem Besuch des „Denkmaldoktors“ Frank Pastille beschäftigen sich die „Ahlener Stadtbildmacher“ nun mit dem geplanten Abriss mehrerer Altstadt-Gebäude, wie am Dienstagabend bei der jüngsten Zusammenkunft im Restaurant „Chagall“ deutlich wurde. Konkret geht es um Objekte im Kühl und an der Oststraße

Mittwoch, 13.05.2015, 12:05 Uhr

Zumindest die Fassade dieses Abrisskandidaten, Im Kühl 9, halten die „Stadtbildmacher“ für eine Bereicherung der Altstadt, auf die sie nur ungern verzichten würden.
Zumindest die Fassade dieses Abrisskandidaten, Im Kühl 9, halten die „Stadtbildmacher“ für eine Bereicherung der Altstadt, auf die sie nur ungern verzichten würden. Foto: Christian Wolff

Bei ihrer Gründung vor zwei Monaten haben sich die „Stadtbildmacher“ auf die Fahne geschrieben, ein wachsames Auge auf bauliche Veränderungen in und um Ahlen zu haben. Dass sie nach dem Tauziehen um den Erhalt der Villa Mentrup und dem Besuch des „Denkmaldoktors“ Frank Pastille nun erneut gefordert sind, ist dem Bekanntwerden mehrerer Abrissvorhaben in der Altstadt geschuldet.

Die Pläne bestimmten bereits die Tagesordnung beim jüngsten Treffen des Vereins am Dienstagabend im Restaurant „Chagall“. Vorsitzende Silke Büscher-Wagner stellte die betroffenen Adressen kurz im Bild vor. Es geht sowohl um eine Häuserzeile Im Kühl, die ein Ahlener Bauträger erworben hat und zugunsten von Neubauwohnungen abbrechen lassen will, als auch um ein markantes Wohn- und Geschäftshaus in der Fußgängerzone ( Oststraße 9), das ebenfalls weichen soll.

Das Gebäude Oststraße 9 soll abgerissen werden.

Das Gebäude Oststraße 9 soll abgerissen werden. Foto: Christian Wolff

„Wir wollen die Gebäude gerne ein wenig genauer unter die Lupe nehmen, um uns ein Bild über die Substanz machen zu können“, sagte Büscher-Wagner. Rein optisch, da stimmten ihr die weiteren Vorstandsvertreter zu, seien die Gebäude keine Schandflecke, sondern vielmehr angenehme Bestandteile des Innenstadtbildes. Die Vorsitzende verwies vor allem auf die Stuckverzierungen der Fassaden. Den „Stadtbildmachern“ gehe es aber nicht um einen „Erhalt mit der Brechstange“, sondern darum, sich zumindest fundiert zu informieren, bevor die Bagger anrücken. „Das haben wir in der Vergangenheit viel zu oft erlebt“, erinnerte sie und warb um Transparenz. „Die Bürger sollten von solchen Plänen nicht überrascht werden. Offenheit kann im Zweifel auch mehr Akzeptanz schaffen“, so Büscher-Wagner. Und vielleicht könne man ja zumindest einen Fassadenerhalt vorschlagen.

Stadtsprecher Frank Merschhaus bestätigte auf „AZ“-Anfrage die vorliegenden Abbruchanträge. Was die Oststraße 9 angehe, sei durch die Verwaltung auch eine Unterschutzstellung versucht worden – allerdings ohne Erfolg. (Weiterer Bericht folgt.)

Wir wollen die Gebäude gerne ein wenig genauer unter die Lupe nehmen.

Silke Büscher-Wagner
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