SPD-Chef eröffnet heiße Wahlkampfphase
„Im Vorteil gegenüber dem Herrn Doktor“

Ahlen -

Mit ihrer Bereitschaft, bei der Kandidatensuche auch die kleinen Fraktionen einzubinden, haben die Sozialdemokraten für Vorsitzenden Steven Scholle „weit mehr erreicht, als Lehmann und Konsorten von sich sagen können.“

Sonntag, 17.05.2015, 16:05 Uhr

Gewählt. Ursula Woltering genießt den Moment. Sie habe das 100-Prozent-Ergebnis weder erwartet noch erhofft, sagt sie. Sie habe es sich gewünscht. Aber Anzeichen dafür habe es vorher schon gegeben.
Gewählt. Ursula Woltering genießt den Moment. Sie habe das 100-Prozent-Ergebnis weder erwartet noch erhofft, sagt sie. Sie habe es sich gewünscht. Aber Anzeichen dafür habe es vorher schon gegeben. Foto: Jörg Pastoor

Horst Jaunich kennt den Moment des Symbols. Als niemand mehr etwas zu fragen oder sagen hatte vor der Wahl zur Bürgermeisterkandidatin für den 13. September, da wusste er, dass seinem letzten Wort als Ex-Bürgermeister besonderes Gewicht zukommen würde. Stehende Ovationen nahm er mit auf seinen Platz in der ersten Reihe des SPD-Nominierungs-Parteitages am Samstagmorgen in der Lohnhalle. Da hatte er mit seinen typischen Handgesten in wenigen, pointierten Worten die gerade mal 50 Parteimitglieder der fünf Ortsvereine eingeschworen, „die Ulla “ zu unterstützen, um die „ehrenvolle Galerie der sozialdemokratischen Bürgermeister“ zu verlängern. Gelernt ist eben gelernt.

Dass sie entschlossen ist, dass für sie „die Zeit gekommen“ ist, daran ließ Ursula Woltering keinen Zweifel. Ihr Wahlkampf-Motto denkt sie als Dreiklang: „Mit mir, mit Herz, mit Ahlen .“

Steven B. Scholle nutzte den Schlusspunkt unter die Nominierungsregularien für eine kurze Rückbetrachtung der Kandidatensuche , die er selbstkritisch einleitete: Man habe es sich anfangs schwergemacht. Das sei „in Teilen naiv, aber richtig“ gewesen. Auf jeden Fall habe man damit bewiesen, dass man auch mit den kleineren Parteien reden wolle – und damit „weit mehr erreicht, als Lehmann und Konsorten von sich sagen können.“ Es wurde hörbar wahlkämpferisch.

SPD nominiert Woltering zur Bürgermeisterkandidatin

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  • Momente des Parteitags in der Lohnhalle Foto: Jörg Pastoor
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  • Momente des Parteitags in der Lohnhalle Foto: Jörg Pastoor
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  • Momente des Parteitags in der Lohnhalle Foto: Jörg Pastoor
  • Momente des Parteitags in der Lohnhalle Foto: Jörg Pastoor
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  • Momente des Parteitags in der Lohnhalle Foto: Jörg Pastoor
  • Momente des Parteitags in der Lohnhalle Foto: Jörg Pastoor
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  • Momente des Parteitags in der Lohnhalle Foto: Jörg Pastoor
  • Momente des Parteitags in der Lohnhalle Foto: Jörg Pastoor
  • Momente des Parteitags in der Lohnhalle Foto: Jörg Pastoor

Während eines stundenlangen Spaziergangs außerhalb Ahlens habe er dann Ulla Woltering, die eben nicht parteilose Aspirantin, als eine bescheidene, dennoch zielstrebige und erfahrene Frau kennengelernt. Zu prahlen sei nicht ihrs – „das wird unsere Aufgabe sein.“ Woltering müsse „im Gegensatz zum Herrn Doktor“ – gemeint Gegenspieler Alexander Berger – niemanden mehr im Rathaus kennenlernen, da sie dort schon über 28 Jahre Erfahrung verfüge und für Wissen stehe. Zudem sei sie offen und herzlich. Außerdem wisse sie um die vereinzelt „spezielle Denkweise und den manchmal rauen Ton“ in der örtlichen Politik. Scholles Fazit: „Ulla kann Ahlen, Verwaltung, Politik und sie kann mit den Menschen.“ Nun werde es Zeit, dass es „endlich wieder einen sozialdemokratischen Bürgermeister“ in Ahlen gebe – und dann noch eine Frau.

Die einstimmige Wahl von Ursula Woltering – und ein bisschen wohl auch sich – feierten die SPD-Mitglieder im Beisein von Landtagsabgeordneter Annette Watermann-Krass stehend applaudierend. Dem Stadtverband war das Ergebnis Freibier wert. Wahl-Ahlenerin Ulla Woltering hatte danach einen ansonsten fast wahlkampffreien Tag vor sich. Es dürfte einer der letzten sein. Am 13. September wird gewählt.

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