Zentrale Unterbringungseinrichtung in der Bodelschwinghschule
Bis zu 500 Flüchtlinge in Ahlen?

Ahlen -

Die ehemalige Bodelschwinghschule ist als Standort für eine Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge im Gespräch. Bis zu 500 Asylbewerber könnten hier eine vorübergehende Bleibe finden. Die Kosten würde das Land tragen.

Mittwoch, 20.05.2015, 11:05 Uhr

Als Ausweichquartier für die Kita „Beumers Wiese“ wird die ehemalige Bodelschwinghschule bald nicht mehr benötigt, dann könnte sie zu einer Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge umgebaut werden.
Als Ausweichquartier für die Kita „Beumers Wiese“ wird die ehemalige Bodelschwinghschule bald nicht mehr benötigt, dann könnte sie zu einer Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge umgebaut werden. Foto: Ulrich Gösmann

Das Land Nordrhein-Westfalen will in Ahlen eine Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge ansiedeln. Das bestätigte der Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg , Christoph Söbbeler, gegenüber der „Ahlener Zeitung“. Arnsberg nimmt die Aufgabe der Verteilung von Flüchtlingen und Asylbewerbern zen­tral für die übrigen Bezirksregierungen wahr.

Als möglichen Standort für das Flüchtlingsheim hat die Stadt der Bezirksregierung das Gebäude der früheren Bodel­schwingh­­­­­­schule an der Warendorfer Straße angeboten. Darüber informierte Bürgermeister Benedikt Ruhmöller zunächst die Mitglieder des Hauptausschusses im nichtöffentlichen Teil der gestrigen Sitzung. Anschließend gab sein Sprecher Frank Merschhaus an die Medien schriftlich eine kurze Mitteilung heraus. Darin heißt es: „Die Stadt Ahlen unterstützt das Land Nordrhein-Westfalen, geeignete Unterkünfte für Flüchtlinge zu schaffen.“ Diesbezüglich habe der Bürgermeister am vergangenen Freitag ein Gespräch mit der Bezirksregierung in Arnsberg geführt. Demnach sei das Land an der Bodelschwingh­schule „interessiert“.

Bezirksregierung über Angebot aus Ahlen „erfreut“

Nach den Worten von Christoph Söbbeler ist die Bezirksregierung angesichts des weiter zunehmenden Flüchtlingsstroms über das Angebot aus Ahlen sogar „sehr erfreut“. Derzeit gebe es im gesamten Land 21 solcher Zen­tralen Unterbringungseinrichtungen und neun Notunterkünfte. Die Kosten für den Umbau übernehme das Land in vollem Umfang. Allerdings suche man idealerweise ei­nen Investor.

In Hamm ist es die Stadt selbst, die den Umbau der Newcastle Barracks am Alten Uentroper Weg betreibt, wo zeitnah zunächst 250 Flüchtlinge un­tergebracht werden sollen. In der Endausbaustufe sollen es dort 800 Menschen sein. Für die Umnutzung der ehemaligen englischen Kaserne sprach, dass sie bereits in den 1990er Jahren als Übergangsheim genutzt wurde.

In Ahlen könnten – bei ei­ner Aufenthaltsdauer von maximal zwölf Wochen – bis zu 500 Flüchtlinge untergebracht werden. Diese Zahl würde, wie in Hamm, auf das lokale Aufnahmekontingent angerechnet, so dass die Stadt keine weiteren Zuweisungen erhalten und somit auch finanziell erheblich entlastet würde.

Zustrom an Asylbewerbern wird noch zunehmen

Es wird damit gerechnet, dass der Zustrom an Asylbewerbern in der zweiten Jahreshälfte noch einmal deutlich zunehmen wird. Im vergangenen Jahr hatte allein NRW 40 000 Asylbewerber und Flüchtlinge aufnehmen müssen. In diesem Jahr gehen die Fachleute im Innenministerium von „mindestens 60 000 mit steigender Tendenz“ aus, wie Christoph Söbbeler erklärte.

Die Bodelschwinghschule dient zurzeit noch als Ausweichquartier für die Kindertagesstätte „Beumers Wiese“, deren eigene Räume nach einem Brand im Juli vergangenen Jahres renoviert werden. Voraussichtlich kann die Kita in den Sommerferien wieder umziehen.

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