Neustadtkirche entwidmet
Es ist kein Gotteshaus mehr

Ahlen -

Rund 180 Gemeindeglieder verließen am Wochenende zum letzten Mal den ehemaligen Mittelpunkt ihres religiösen Lebens.

Sonntag, 14.06.2015, 14:06 Uhr

Jörg Kunert und Markus Eggert (r.) tragen das Altarkreuz, das einst auf der Zeche gefertigt worden war. Vorne Superintendent Frank Millrath und Pfarrerin Martina Grebe..
Jörg Kunert und Markus Eggert (r.) tragen das Altarkreuz, das einst auf der Zeche gefertigt worden war. Vorne Superintendent Frank Millrath und Pfarrerin Martina Grebe.. Foto: Martin Feldhaus

Bedrückende Stille herrscht am Samstagabend in der Neustadtkirche , als vollzogen wird, was viele bis zuletzt nicht akzeptieren wollten: „Von nun an ist diese Neustadtkirche nicht mehr dem Dienst Gottes geweiht. Es werden in diesem Gebäude keine Gottesdienste mehr stattfinden.“ Mit diesen Worten entwidmet Superintendent Frank Millrath die Neustadtkirche und führt das Gebäude damit wieder einer weltlichen Nutzung zu.

Viel mehr als dieser rein formale Akt nimmt die anwesenden Gemeindeglieder die anschließende Prozedur mit. Erst das Altarkreuz, dann Altarbibel, Osterkerze, die Taufschale und schließlich das Abendmahlsgerät – sie alle werden vom Altar entfernt. Dann wird der Altar abgedeckt und nun ist anhand eines unbedeckten Tisches anschaulich, was die Entwidmung eigentlich bedeutet: In der Neustadtkirche wird nie wieder ein Gottesdienst, eine Taufe, nie wieder eine Konfirmation stattfinden und zu den zahlreichen Ehepaaren, die sich an diesem Ort einst das Versprechen lebenslanger Treue gaben wird keines mehr hinzukommen.

Die Neustadtkirche ist entwidmet

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  • Gemeindeglieder nahmen Abschied Foto: Martin Feldhaus
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Ein Gefühl der Endgültigkeit, das am Samstag für einige treue Gemeindeglieder nicht auszuhalten ist, so dass sie dem Entwidmungsgottesdienst fernbleiben. „Eigentlich wissen doch alle, dass es keinen anderen Weg gibt“, erläutert Millrath angesichts des demografischen Wandels und sinkender Gemeindegliederzahlen im Ostenstadtteil noch einmal die Notwendigkeit der Schließungsentscheidung. Trotzdem sträube sich alles in einem dagegen, da man etwas „Kostbares und Wertvolles verliere“.

Von nun an ist diese Neustadtkirche nicht mehr dem Dienst Gottes geweiht.

Superintendent Frank Millrath

In seiner Predigt blickt er dann aber auch nach vorne. Was bleibt, wenn die Neustadtkirche als Gottesraum nicht mehr zur Verfügung steht? Die Antwort findet er im 1. Korinther 13: „ Nun aber bleiben Glaube, Liebe und Hoffnung.“ Diese Gefühle seien nicht an Steine gebunden, ist der Superintendent überzeugt und fordert die Gemeindeglieder der Christuskirche auf, ihren Auftrag, immer wieder neue Menschen in ihre Mitte zu rufen, auch in der Christuskirche zu erfüllen. „Uns steht ein schwerer Weg bevor“, stimmt Pfarrerin Martina Grebe auf die anstehende Prozession ein. Zu viele Gefühle und Erinnerungen aus Jahrzehnten hingen schließlich an dem Gebäude. Und doch machen sich die 180 Gottesdienstbesucher dann mit den Pfarrern Grebe, Naechster, Schütter, Helling, Möhl und Frost auf den Weg Richtung Christuskirche, wo sie mit offenen Armen empfangen werden. Voran gehen dabei Jörg Kunert und Markus Eggert mit dem Sakristeikreuz, das einst auf der Zeche Westfalen für die Gemeinde gefertigt wurde. 15 Jahre nach der Schließung der Zeche verlässt es nun ebenfalls den Ahlener Osten und erinnert doch an seinem neuen Standort weiterhin an die Geschichte der Neustadtkirche, die mit der Zeche stets eng verbunden war.

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