Baudenkmal Geisthövel
Eigentümer fährt jetzt zweigleisig

Ahlen -

Hinter der Zukunft der historischen Gaststätte Geisthövel steht ein Fragezeigen. Noch ist ungeklärt, ob das Lokal nach Auslaufen des Pachtvertrags als Gasthaus weitergeführt wird. Der Eigentümer bietet es derzeit zum Verkauf an – zur Wohnnutzung.

Dienstag, 07.07.2015, 09:07 Uhr

Das Interieur der Traditionsgaststätte Geisthövel  könnte sich bald inmitten einer Privatwohnung befinden. Zumindest besteht ein Verkaufsangebot des Eigentümers. Die Verhandlungen zum Weiterbetrieb als Gasthaus sind jedoch nicht vom Tisch.
Das Interieur der Traditionsgaststätte Geisthövel  könnte sich bald inmitten einer Privatwohnung befinden. Zumindest besteht ein Verkaufsangebot des Eigentümers. Die Verhandlungen zum Weiterbetrieb als Gasthaus sind jedoch nicht vom Tisch. Foto: Christian Wolff

Wird die historische Gaststätte Geisthövel bald zu Wohnraum umgebaut? Abwegig ist das nicht. Eigentümer Hartmut Rogalla hat jetzt ein entsprechendes Angebot für das Baudenkmal in einem großen Immobilienportal veröffentlicht. Kaufpreis: 385 000 Euro. Parallel dazu laufen aber nach wie vor Verhandlungen mit „Art-Hotel“-Chef André Schwippe. Er fungiert bereits seit November 2013 als Wirt des exklusiven Clubs Geisthövel und betreibt die Räume jetzt – bis zum Auslaufen des Pachtvertrags Ende Oktober – wieder als öffentliche Gaststätte.

Der Verein „Club Geisthövel“ hatte aufgrund rückläufiger Mitgliederzahlen und Sorgen um die weitere Finanzierung am 25. Juni die Reißleine gezogen und von einer Verlängerung des Vertrages abgesehen (die „AZ“ berichtete). Seither ist nur noch der Mittwochabend dem reinen Clubbetrieb vorbehalten. Zwar wurde eine Weiterführung nach bisherigem Muster nicht kategorisch ausgeschlossen, jedoch sieht Kassierer Timm Ostendorf wenig Chancen dafür. „Aus meiner Sicht ist das Clubkonzept gestorben“, sagt er auf „AZ“-Anfrage. Seine übrigen Vorstandskollegen und er bereiten derzeit die Abwicklung vor, die voraussichtlich bei einer Mitgliederversammlung im September auf der Tagesordnung steht.

Gaststätte Geisthövel.

Gaststätte Geisthövel. Foto: Christian Wolff

„Wir wollen jetzt gerne den Weg ebnen, dass die älteste erhaltene Gaststätte in der Altstadt weiterhin eine solche bleibt“, so Ostendorf. Das ginge nur ohne Club. Es dauere wohl eine gewisse Zeit, bis sich diese Erkenntnis durchsetzt. „Die Bürger müssen dem Betreiber natürlich schon jetzt einen gewissen Rückhalt signalisieren.“

Das Interieur des Hauses Geisthövel mit seinem offenen Kamin, rund 200 Jahre alten Einbauten und den Devotionalien eines früher zugehörigen Kolonialwarengeschäfts einer reinen Wohnnutzung zu opfern, hält der Schatzmeister für „zu schade“.

Genau das sieht jedoch das Alternativkonzept des Eigentümers vor: „Aus der ehemaligen Gaststätte wird Wohnraum von ca. 200 Quadratmeter geschaffen. Angegliedert ist ein ca. 700 Quadratmeter großer Garten und eine Garage“, heißt es im Internetportal „Immobilienscout 24“. „Die über der ehemaligen Gaststätte liegende Wohnung wird mit der weiteren Wohnung im Obergeschoss verbunden und bildet danach eine Einheit mit ca. 130 Quadratmetern.“ Der Kaufpreis dieser Wohnung liege bei 220 000 Euro. „Es ist durchaus legitim, dass Herr Rogalla zweigleisig fährt“, meint Timm Ostendorf. „Eine ähnliche Annonce hat es aber schon einmal gegeben, bevor wir mit dem Club auf den Plan getreten sind.“

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