Vor dem Bürgerentscheid zu Straßenumbenennungen
„Nazis ehrt man nicht“

Ahlen -

Für in keiner Weise geeignet halten die Aktiven der Ahlener Linkspartei Agnes Miegel, Karl Wagenfeld, Friedrich Castelle und Hans Pfitzner, auch weiterhin die Namensgeber für vier Straßen in Ahlen abzugeben. Deshalb starten sie jetzt unter dem Titel „Nazis ehrt man nicht“ eine Plakatkampagne als Gegengewicht zu der Bürgerinitiative, die sich für die Beibehaltung der bisherigen Bezeichnungen ausspricht.

Samstag, 08.08.2015, 18:08 Uhr

Mit Plakaten appelliert „Die Linke“ für ein Nein beim Bürgerentscheid: Ute Müller, Michaela Schulz, Karl-Stephan Schulte und Wigand Busse (v.l.).
Mit Plakaten appelliert „Die Linke“ für ein Nein beim Bürgerentscheid: Ute Müller, Michaela Schulz, Karl-Stephan Schulte und Wigand Busse (v.l.). Foto: Dierk Hartleb

Kreistagsfraktionsvorsitzender Karl-Stephan Schulte kündigte in einem Pressegespräch am Freitagnachmittag zugleich an, zu den beiden Samstagen vor dem 16. August am Marienplatz über Leben und Wirken der vier Kunstschaffenden in der NS-Zeit an einem Stand informieren zu wollen. Wer wie Castelle die „Ausrottung des Untermenschentums“ gefordert habe oder wie Pfitzner nach Kriegsende im Juni 1945 noch Hitlers verbrecherisches Regime und seine Vernichtungsstrategie verteidigte, tauge nicht zum Vorbild. Gleiches gelte für Agnes Miegel und Karl Wagenfeld.

Zugleich bekräftigten Schulte und Wigand Busse, das Ergebnis des Bürgerentscheids zu akzeptieren. „Wir sind schon für mehr direkte Demokratie eingetreten, als andere das Wort nicht einmal schreiben konnten“, ironisierte Ute Müller.

Busse, Schatzmeister im Ortsvorstand, zeigte sich enttäuscht über die Haltung der anderen Parteien. „Wir sind bisher die einzigen, die dagegenhalten“, sagte Busse, und erinnerte daran, dass der Antrag zur Überprüfung von Straßennamen 2010 von der CDU gestellt worden sei.

Insgesamt haben die Linken 140 Plakate drucken lassen, von denen 100 bislang schon aufgehängt worden sind. Man habe sich ganz bewusst für die dunkle Farbe auf den Plakaten entschieden, so die Ortsvorsitzende Michaela Schulz, weil es auch eine „dunkle Zeit“ gewesen sei. Begleitet wird die Kampagne mit Handzetteln.

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