Vor dem Bürgerentscheid zu Straßenumbenennungen
„Gelebte Basisdemokratie“

Ahlen -

Rund 6100 Stimmen zu bekommen, das sei schon „eine große Hürde“, gibt Dr. Detlef Girke zu. „Leider ist Urlaubszeit, viele Leute sind weg.“ Dennoch ist der Initiativsprecher zuversichtlich, die Beibehaltung der bisherigen Bezeichnungen Agnes-Miegel-Straße, Pfitznerweg, Karl-Wagenfeld-Platz und Friedrich-Castelle-Weg letztlich erreichen zu können. Das Abstimmungsverhalten des Rates ließe keine Alternative zu.

Samstag, 08.08.2015, 18:08 Uhr

Auf einer 28 Meter langen Wäscheleine präsentierte die Bürgerinitiative gegen Straßenumbenennung am Freitagnachmittag rund 120 Zeitungsberichte rund um ihr Thema.
Auf einer 28 Meter langen Wäscheleine präsentierte die Bürgerinitiative gegen Straßenumbenennung am Freitagnachmittag rund 120 Zeitungsberichte rund um ihr Thema. Foto: Christian Wolff

120 Zeitungsartikel flattern am Freitagnachmittag an einer 28 Meter langen Wäscheleine, die mitten über den Marktplatz gespannt war. Mit dieser letzten gemeinsamen Aktion machen die Bürgerinitiative sowie Vertreter der Freien Wählergemeinschaft (FWG) und der Bürgerlichen Mitte Ahlen (BMA) die Bedeutung von Ahlens erstem Bürgerentscheid deutlich. „Hier hängt alles, was in den letzten Monaten rund um das Thema Straßennamen in Ahlen erschienen ist“, so Girke . Die Berichte und Leserbriefe hatte Dirk Hachmeister, Anwohner des Pfitznerwegs , gesammelt.

„Dass die Linken jetzt auch plakatieren, kommt uns ei­gentlich entgegen“, befindet FWG-Chef Heinrich Artmann angesichts einer zeitgleichen Pressekonferenz der Umbenennungs-Befürworter. „So wird die Aufmerksamkeit auf den Bürgerentscheid gelenkt.“ Ähnlich sei es in Essen-Rüttenscheid gewesen, wo Linke gar „ein Abbild Hitlers für ihre Zwecke missbraucht“ hätten. „Wir sind mit Sicherheit keine Nazis“, hält Artmann fest. „Das ist vielmehr gelebte Basisdemokratie.“

Matthias Bußmann (BMA) erinnert: „Wir haben sehr früh den Antrag gestellt, den Willen der betroffenen Anwohner zu respektieren und die Umbenennungspläne im Falle einer Mehrheit fallen zu lassen. Leider hatten wir als kleine Fraktion wenig Chancen.“ Und Martina Maury ist überzeugt: „Jetzt werden einige Bürger allein schon aus Wut ihr Kreuz bei ,Ja‘ machen.“

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