Gründerzeithaus Oststraße 9 muss weichen
Verein bewahrt Fassadenteil vor dem Abriss

Ahlen -

Trotz intensiver Bemühungen konnte der Verein „Ahlener Stadtbildmacher“ den Abriss des Gründerzeithauses Oststraße 9 nicht verhindern. Doch der Eigentümer gestattete es den Aktiven immerhin, einige Teile des Hauses zu sichern. So wurde der markante Kopf über dem Geschäftseingang ausgebaut.

Freitag, 28.08.2015, 17:08 Uhr

Mit hammerhartem Gerät und äußerster Vorsicht kümmerten sich Zimmerer Matthias Krauss (l.) und Martin Büscher darum, den Schmuckkopf aus der Fassade zu lösen.
Mit hammerhartem Gerät und äußerster Vorsicht kümmerten sich Zimmerer Matthias Krauss (l.) und Martin Büscher darum, den Schmuckkopf aus der Fassade zu lösen. Foto: Christian Wolff

Monat elang haben sie darum gekämpft, dass zumindest die Fassade des vorletzten Gründerzeithauses an der oberen Oststraße erhalten bleibt. Sogar einen Kauf der Hausnummer 9 haben die „Ahlener Stadtbildmacher“ am Ende erwogen: 55 000 Euro bot der Verein – doch der Eigentümer forderte mehr als das Doppelte. Jetzt ist der Kampf verloren; am Montag beginnt der Abriss.

Damit wenigstens nicht alles in Schutt und Asche übergeht, hat die Vorsitzende Silke Büscher-Wagner in diesen Tagen mit dem Eigentümer ein Abkommen getroffen: Die „Stadtbildmachern“ durften Teile der Schmuckfassade sichern.

Und so zog am Freitagmorgen ein „Rettungstrupp“ zum Abrisskandidaten. Gemeinsam mit Zimmerer Matthias Krauss rückte Martin Büscher dem markanten Kopf über dem Geschäftseingang zu Leibe – was von Passanten nicht unbemerkt blieb. Viele blickten fragend nach oben aufs Gerüst und erfuhren erst durch Silke Büscher-Wagner, dass hier der nächste Abbruch ansteht.

Nach dreistündigem Einsatz präsentiert „Stadtbildmacher“-Vorsitzende Silke Büscher-Wagner den geretteten Kopf.

Nach dreistündigem Einsatz präsentiert „Stadtbildmacher“-Vorsitzende Silke Büscher-Wagner den geretteten Kopf. Foto: Christian Wolff

Nach dreistündigem Einsatz konnten der Zimmermann und sein Helfer den Kopf wohlbehalten abnehmen „Wir werden das Schmuckstück vorerst als Verein aufbewahren“, so Silke Büscher-Wagner. „Unser Ziel ist die Einrichtung einer offiziellen Sammelstelle in Ahlen nach dem Vorbild des Denkmalpflege-Werkhofs in Steinfurt.“ Dafür bergen und sammeln die Aktiven zukünftig wertvolle oder besondere Baustoffe aus Abrissen und Sanierungen zur Wiederverwendung und zum Erhalt. „Wir sind noch auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. Wer vielleicht einen Raum oder eine Scheune zur Verfügung stellen könnte, darf sich gerne an uns wenden.“

Den Abriss an der Oststraße wollen die Mitglieder in der kommenden Woche verfolgen, wenn auch mit Wehmut. „Wir bedanken uns bei dem Eigentümer für die Kooperation und bedauern aber gleichzeitig den Verlust dieser Fassade“, stellt die Vorsitzende klar. Wer sich für die Arbeit der „Stadtbildmacher“ interessiert, ist zum Treffen am kommenden Mittwoch, 2. September, in der Gaststätte Geisthövel (Freiheit) willkommen.

Unser Ziel ist die Einrichtung einer Sammelstelle nach dem Vorbild des Denkmalpflege-Werkhofs in Steinfurt.

Silke Büscher-Wagner
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