Kandidaten wollen Fachleuten mehr Kompetenzen zugestehen
„Kümmerer“ für spezielle Gebiete

Ahle -

Es ist schon alles gesagt – nur noch nicht von jedem? So einfach wie nach der Humoristenlegende Carl Valentin war es am Mittwochabend bei der Elefantenrunde von VHS, „Ahlener Tageblatt“ und „Ahlener Zeitung“ nicht. Beim größten öffentlichen Aufeinandertreffen der drei Bewerber um Benedikt Ruhmöllers Nachfolge hakte eine Reihe von Interviewpartnern nach.

Freitag, 11.09.2015, 08:09 Uhr

Wie halten sie es mit der Bürgerbeteiligung? Rainer Giesecke (l.), Alexander Berger und Ulla Woltering bezogen unter Rudolf Blauths (2.v.l.) Moderation auch dazu Stellung.
Wie halten sie es mit der Bürgerbeteiligung? Rainer Giesecke (l.), Alexander Berger und Ulla Woltering bezogen unter Rudolf Blauths (2.v.l.) Moderation auch dazu Stellung. Foto: Jörg Pastoor

Was sind eigentlich die wichtigsten Aufgaben bei der Stadtentwicklung? Ein weites Feld, das Ralf Ebert mit seiner Frage eröffnete. Der Geschäftsführer von „Stadt-Art Dortmund “ war einer von ursprünglich drei geplanten externen Befragern der drei Ahlener Bürgermeisterkandidaten. Durch die Absage von Ferid Atac vom Integrationsrat blieben letztlich nur Ebert und die Architektin Silke Anna Linnemann übrig.

Rainer Giesecke konzen­trierte sich in seiner Antwort vor allem auf den Kern: „Ich brauche eine Stadt, die von allen nutzbar ist“, sagte er und nannte konkret den Marktplatz. Ursula Woltering nahm neben der Innenstadt mit ihrem maroden Rathaus als Wegmarke auch den Ahlener Osten in den Fokus, namentlich die Hansastraße, wo seit Jahren ein Niedergang beklagt wird. Doch auch den Marktplatz nannte sie, wo ihr Außengastronomie fehle. Dr. Alexander Berger drehte den Spieß um: „Wir sollten nicht beim Negativen anfangen, sondern erst einmal die Vorteile nach außen tragen. Dann kann Ahlen viel selbstbewusster auftreten.“ Die Wersestadt müsse in der Region „einen Führungsanspruch“ geltend machen. Dennoch: Die Brachen Hundhausen und Nahrath sollten seiner Ansicht nach „zumindest erst einmal Baustellen werden“. Ob die Empfehlungen früherer Gutachten wirklich immer so sinnvoll gewesen seien, zweifelte er offen an.

Ahlener Elefantenrunde 2015

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  • Eindrücke des Abends mit den drei Bürgermeisterkandidaten Foto: Jörg Pastoor
  • Eindrücke des Abends mit den drei Bürgermeisterkandidaten Foto: Jörg Pastoor
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  • Eindrücke des Abends mit den drei Bürgermeisterkandidaten Foto: Jörg Pastoor

Rainer Giesecke kann sich vorstellen, für bestimmte Quartiere oder Ortsteile einen „ Kümmerer “ zu benennen. Egal, ob für Familien und Senioren oder Gestaltungsschwerpunkte. Im ehrenamtlichen Bereich gibt es sie ja schon. Dazu brachte Ulla Woltering prompt den noch jungen Verein „Ahlener Stadtbildmacher“ ins Gespräch, der sich für den Erhalt alter Gebäude und das Bewusstsein für historische Substanz einsetzt. Auch das seien solche „Kümmerer“.

Alexander Berger schob hinterher, dass ihm aus den vielen Gesprächen, die er in den vergangenen Wochen geführt hat, gleich ein paar Namen für jene „Kümmererposten“ einfielen. Gerade in den Ortsteilen gebe es da feste Größen, denen man durchaus mehr Kompetenzen zugestehen könnte.

Silke Anna Linnemann schickte ihrer Frage eine lange Einleitung voraus. Ihr mache es Sorgen, dass es immer mehr Wohngebiete gebe, in denen Häuser leerstehen und abgerissen werden. „Wie würden Sie eine Strategie entwickeln, dass auch hier ein sozialer Wandel stattfindet?“, fragte sie. Während sich Rainer Giesecke in diesem Metier eher ratlos gab, nannte Ulla Woltering die Bergarbeitersiedlung als gutes Beispiel dafür, wie ein Wandel auch aussehen kann. „Dort sind viele Häuser sehr alt, aber es gibt viele junge Familien, die das anpacken.“ Aber: „Sozialer Wohnungsbau lohnt sich im Moment nicht besonders – leider“, betonte sie. Für Alexander Berger steht daneben fest, dass die Stadt bei allen Plänen in Wohnvierteln „die Zügel in der Hand behalten“ müsse.

Zurück zum Marktplatz: Er kam immer wieder aufs Tapet. Für die ausgewaschenen Fugen sieht Ulla Woltering zumindest Fördermittel in Aussicht – allerdings dann in Verbindung mit einer kompletten Neupflasterung. Wenn er gewählt werde, versprach Berger, werde er außerdem offensiv mit dem Eigentümer des Hauses Holtermann in Kontakt treten, das seit Jahren vor sich hin gammelt. „Es ist ein ganz wichtiges Filetstück.“

  Christian Wolff

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