100 Jahre Spielmannszug der Feuerwehr Ahlen
„Immer ein Auf und Ab“

Ahlen -

Über die ersten Jahre nach der Gründun g des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr Ahlen ist nur wenig überliefert. Von 1914 bis 1918 herrschte Krieg, und auch danach hatten die Menschen noch andere Sorgen. Dennoch muss es einen „harten Kern“ gegeben haben, der die Wehrmänner bei Einsätzen und Übungsabenden begleitet hat.

Mittwoch, 14.10.2015, 14:10 Uhr

Spätestens ab 1921 wuchs die Musikertruppe wieder. Damals übernahm Caspar Wittkemper den Tambourstock und leitete den Zug der Spielleute. In dieser Zeit gestalteten sie auch die traditionsreichen Sommerfeste am Cubicksberg unter den Bankdirektoren Krämer und Faust mit. Ansonsten beschränkten sich die Spielleute weiterhin auf Übungsmärsche an den Mittwochabenden, da das Tambourkorps noch in kameradschaftlicher Konkurrenz zum „ Spielmannszug Dickjürgens“ stand.

Von 1928 bis 1949 führte – mit Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg – Josef Laser den Spielmannszug. Ihm standen Anton Heinrichs, Heinrich Wessel sowie Erich und Emil Winter zur Seite. Heinrich Tigges übernahm schließlich den Tambourstab, führte die Geschicke des Zuges jedoch nur vier Jahre lang. Ein nur dreijähriges Intermezzo an der Spitze wird Helmut Barlau zugeschrieben, der zuvor bei einem Luftwaffenmusikkorps der Wehrmacht aktiv war. Doch in seine Amtszeit fällt ein großer Musikwettbewerb, der in der Feuerwehrchronik festgehalten wurde: Am 26. September 1954 traten 18 auswärtige Spielmannszüge im „Schützenhof“ an der Beckumer Straße auf die Bühne. Dieses Ereignis war bis dato einmalig in der Wersestadt und fand ein positives Echo für die Ausrichter. Zu diesem Anlass wurden eigens Erinnerungspostkarten gedruckt, die heute bei Sammlern gefragt sind. Weit ere Wettbewerbe sollten folgen. Der Spielmannszug im Jubiläumsjahr. Foto: Archiv

Von 1956 bis 1958 zeichnete Helmut Philipp für den Spielmannszug verantwortlich. Ihm folgte Heinrich Wessel, der zuvor auch schon die geschäftlichen Angelegenheiten geregelt hatte. Inzwischen wird auch auf diversen Schützenfesten gespielt.

Einen Markstein in der inzwischen 100-jährigen Geschichte bildet aus heutiger Sicht zweifellos der Einsatz von Peter Roßbach. Als dieser zum 50-jährigen Bestehen des Spielmannszugs im Jahr 1965 die Leitung übernahm, konnte er nicht wissen, dass er diesen Posten 44 Jahre lang ausführen würde. „Ich bin schon 1957 in die Feuerwehr eingetreten“, sagt der heute 80-Jährige. „Früher fanden die Proben nicht in einem Gerätehaus, sondern in einer Gaststätte statt. Das war zu meiner Anfangszeit das Bürgerhaus Schlenkert an der Nordstraße, später der Lindenhof an der Weststraße. Das war natürlich immer sehr gesellig.“ Als der damalige Wehrführer Herbert Faust im Jahr 1970 einen dritten Löschzug einführte, der bis 1988 in einem ehemaligen Stadtwerke-Außenlager hinter dem „Dicken Stein“ sein Zuhause fand, wechselten die Spielleute ihren Probenort. Peter Roßbach: „In meiner besten Zeit hatten wir über 30 Aktive. Zeitweise haben wir sogar mit Beckum zusammengearbeitet. Wir haben uns gegenseitig geholfen.“ Auch mit Ennigerloh seien gute Kontakte gepflegt worden. „Es gab halt immer ein Auf und Ab.“ Seit 1988 probt der Zug in der neuen Südenwache am V atheuershof.

(Ausführlicher Bericht in der „Ahlener Zeitung“ vom 14. Oktober 2015.)

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