Integrationsrat zu Gast in Notunterkunft
Eingespielte Improvisation

Ahlen -

Wie läuft es zurzeit in der Notunterkunft für Flüchtlinge in der Bodelschwinghschule? Davon machten sich die Mitglieder des Integrationsrates am Montagabend ein eigenes Bild.

Dienstag, 10.11.2015, 21:11 Uhr

Blick ins Versorgungszelt: Thomas Gerullis (l.) führte die Mitglieder des Integrationsrates – rechts Vorsitzender Samim Kemerli – durch die Einrichtung.
Blick ins Versorgungszelt: Thomas Gerullis (l.) führte die Mitglieder des Integrationsrates – rechts Vorsitzender Samim Kemerli – durch die Einrichtung. Foto: Sabine Tegeler

Das Leben in der Notunterkunft Bodelschwingh­schule hat sich eingespielt – selbst das immer wieder nötige Improvisieren läuft im Team fast reibungslos.

Sicher, so erklärte es Einrichtungsleiter Thomas Gerullis den Mitgliedern des Integrationsrates am Montag, komme es schon mal zu Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern. Meistens seien die schnell zu schlichten. Wen n es doch mal ernst würde, gebe es nur eine Konsequenz: „Störer fliegen raus.“ Mit dem nächsten Bus werden sie verlegt. „Das ist ein deutliches Signal an die anderen Gäste“, hat Thomas Gerullis festgestellt.

Der Integrationsrat schaute sich interessiert in der Einrichtung um, sprach mit Flüchtlingen, informierte sich über Kleiderkammer, Kindergarten und Essensversorgung. Auch ein Blick in den Mutter-Kind-Container von Innosozial war möglich. Hier bekommen die Frauen mit Säuglingen ein bisschen Privatsphäre.

Ulla Woltering , Leiterin des Fachbereichs Soziales, gab in der anschließenden Sitzung des Integrationsrats im Pfarrheim St. Elisabeth einen Überblick über die momentane Situation: 340 Gäste leben in der Bodelschwinghschule , 112 in der neuen Unterkunft an der Kaserne und 90 der Kommune zugewiesene Asylbewerber im Übergangswohnheim Hermesweg. Dort sei die Lebensqualität durch die geringere Belegung sehr gestiegen, so Ulla Woltering: „Wir wollen dort noch mehr reduzieren, das heißt mehr Wohnungen im Stadtgebiet anmieten.“ Der Integrationsfaktor sei dadurch ungleich höher.

Familien in eigenen Wohnungen brauchten natürlich auch Zuspruch und Unterstützung. Der noch vor wenigen Monaten beklagte demografische Wandel hätte sich „im Turbo“ verändert: Plötzlich sind wieder viel mehr Kinder da. „Wenn die hier aufwachsen, gewinnen wir neue Ahlener hinzu.“

Was die Flüchtlinge angehen, so würde die Zahl sicher im Winter abnehmen. „Aber wir müssen vorbereitet sein, weitere Menschen aufzunehmen“, erklärte Ulla Woltering. Auf die Frage von Ferid Atac nach der Möglichkeit der Religionsausübung für Flüchtlinge erklärte die Fachbereichsleiterin, dass die Notunterkünfte „religionsfreie Zonen“ seien. Wer seiner Religion nachgehen wolle, finde in Ahlen auf jeden Fall entsprechende Möglichkeiten.

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