Sanitätsregiment 22 verabschiedet sich bis Mai
Die ersten Aufklärer sind da

Ahlen -

Ein neues Kapitel in der über 50-jährigen Geschichte der „Westfalen-Kaserne“ wird derzeit mit dem Einzug des Aufklärungsbataillons 7 aufgeschlagen. Die Soldaten der Rekrutenkompanie unter Hauptmann René Rieckmann sind die ersten Vorboten der künftigen Hausherren.

Freitag, 15.01.2016, 00:01 Uhr

Schwarze Baretts halten Einzug in die „Westfalen-Kaserne“. Hauptmann René Rieckmann und seine Rekrutenkompanie sind die ersten Vorboten des neuen Aufklärungsbataillons 7. Im Sommer werden die letzten Sanitäter Ahlen verlassen.
Schwarze Baretts halten Einzug in die „Westfalen-Kaserne“. Hauptmann René Rieckmann und seine Rekrutenkompanie sind die ersten Vorboten des neuen Aufklärungsbataillons 7. Im Sommer werden die letzten Sanitäter Ahlen verlassen. Foto: Christian Wolff

Die einen sind noch nicht ganz weg, da ziehen die anderen bereits ein: In der „Westfalen-Kaserne“ herrscht derzeit Wechselstimmung. Das Sanitätsregiment 22, das seit 2006 in Ahlen beheimatet war, steht vor seiner Auflösung. „Die Gebäude werden sukzessive geräumt“, sagt Oberleutnant Torsten Buschulte. Wie berichtet, integriert sich der Verband ins neue Sanitätskommando 2 in Koblenz. „Wir werden uns im Mai mit einem offiziellen letzten Appell verabschieden.“

Einen langen Leerstand wird es in den Blöcken jedoch nicht geben, denn das Aufklärungsbataillon 7, das erst vor wenigen Monaten neu aufgestellt wurde, findet in Ahlen seine Heimat. Mit der Rekrutenkompanie unter Hauptmann René Rieckmann sind bereits die ersten Vorboten an der Hammer Straße angekommen. Vier weitere Kompanien folgen. In der Spitze werden hier wieder rund 800 Soldaten ihren Dienst leisten. Poststelle, Materialgruppe und Standort-Tankstelle sind schon in den Händen der Aufklärer. Reaktiviert wird außerdem die alte Panzerwaschanlage. „Der Spähwagen ,Fennek‘ und der Truppenradpanzer ,Fuchs‘ gehören zu unserer Ausrüstung“, erklärt Rieckmann.

Noch im Bau befindet sich das neue Gebäude für die zentrale Truppenversorgung.

Noch im Bau befindet sich das neue Gebäude für die zentrale Truppenversorgung. Foto: Christian Wolff

Im Jahr 2011 wurde im Zuge der Bundeswehrstrukturreform der Beschluss zur Auflösung des Sanitätsregiments 22 „Westfalen“ gefasst. Zeit genug, ein geordnetes Ende vorzubereiten. Logische Folge: Schon jetzt sind die Reihen stark gelichtet. „Man merkt das im Tagesgeschäft“, so Buschulte. Donnerstagmorgen meldeten sich 143 Soldaten zum Dienst. „Gut drei Viertel unseres verbliebenen Personals geht nicht mit nach Koblenz. Bei einigen fällt die Auflösung ohnehin mit dem Dienstzeitende zusammen, andere haben sich für eine neue Verwendung entschieden.“ Rund 25 Kräfte, weiß der Personaloffizier, übernimmt das Aufklärungsbataillon 7.

Neben dem Wechsel des Verbands stehen auch bauliche Veränderungen bevor. Die Blöcke, die derzeit als Notunterkunft für Flüchtlinge abgetrennt sind, fallen nach 2017 zurück in die Liegenschaft und werden voraussichtlich nach dem Abriss durch Neubauten ersetzt. Noch im Bau befindet sich das sogenannte „Trio-Gebäude“, in dem Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaftsdienstgrade künftig unter einem Dach verpflegt werden. „Das werden wir aber nicht mehr erleben“, bedauert Torsten Buschulte. Mit der Fertigstellung steht der nächste Abschied an: Offiziersheim und Unteroffiziersheim werden stillgelegt – und aller Voraussicht nach auch dem Abrissbagger zum Opfer fallen.  

Gut drei Viertel unseres verbliebenen Personals geht nicht mit nach Koblenz.

Torsten Buschulte
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3737640?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F4852317%2F4852329%2F
Reaktion auf Vandalismus und Diebstähle: Videokameras am Schulzentrum
Die Schäden durch Einbrecher sind im Hiltruper Schulzentrum groß. Immer wieder gibt es Diebstahl und Vandalismus zu beklagen. Eine Videoüberwachung soll Abhilfe schaffen. Die Polizei wurde im Jahr 2017 hundertmal zum Schulzentrum gerufen.
Nachrichten-Ticker