Vorsitzende Claudia Moseler kündigt Rückzug an
„Schwierige Situation“ beim Kunstverein

Ahlen -

Alfred Rosing – immerhin bis zu diesem Abend Mitglied im Beirat – fiel aus allen Wolken, sprach von ei­nem „Schock“. Wie die meisten Teilnehmer der Jahreshauptversammlung des Kunstvereins traf ihn die Rückzugsankündigung der Vorsitzenden Claudia Mose­ler völlig unvorbereitet.

Samstag, 19.03.2016, 16:03 Uhr

Die Vorsitzende Claudia Moseler (l.) und ihr Vize Gerd Buller (r.) verabschiedeten am Donnerstagabend die zum Teil langjährigen Beiratsmitglieder Alfred Rosing, Dr. Bodo Hage, Gabi Steffenfauseweh, Christian Tripp und Margret Knipping (v.l.).
Die Vorsitzende Claudia Moseler (l.) und ihr Vize Gerd Buller (r.) verabschiedeten am Donnerstagabend die zum Teil langjährigen Beiratsmitglieder Alfred Rosing, Dr. Bodo Hage, Gabi Steffenfauseweh, Christian Tripp und Margret Knipping (v.l.). Foto: Peter Harke

Fast beiläufig hatte sie erklärt, sich 2017, nach Ablauf ihrer dreijährigen Amtszeit, nicht erneut zur Wahl stellen zu wollen. Als Grund führte sie später an: „Es gibt ein berufliches Angebot, das ich nicht ausschlagen möchte.“ Intern ist jedoch auch von Kritik an Moseler die Rede, die ihr zugesetzt haben soll.

Es war ein unglaublich reichhaltiges Jahr.

Dierk Hartleb

Öffentlich geäußert wurde diese am Donnerstagabend im „Chagall“ nicht. Im Ge­genteil. Dr. Frank Röschinger stimmte geradezu einen Lobgesang auf Mo­seler an, die vor zwei Jahren als Nachfolgerin des langjährigen Vorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden Walter Rinke in „große Schuhe“ geschlüpft sei. Er finde die „Metamorphose“, die der Kunstverein seitdem durchgemacht habe, „sehr bemerkenswert“, meinte Röschinger und attestierte Claudia Moseler, „einen guten Job“ zu machen. Wenn es nach ihm ginge, würde sie die begonnene Arbeit fortsetzen. Auch Dierk Hartleb stellte im Rückblick auf 2015 fest: „Es war ein unglaublich reichhaltiges Jahr.“ Er würde sich wünschen, dass neue Veranstaltungsformate wie die vierteilige Film-Matinee-Reihe über be­rühmte Künstler von Matisse bis van Gogh im „Cinema Ahlen“ fortgesetzt, aber auch Künstlergespräche oder Atelierbesuche beibehalten würden.

Der Bericht der Vorsitzenden hatte zuvor aufgezeigt, wie der Vorstand versucht, über das von der künstlerischen Leiterin Andrea Bergmann verantwortete Ausstellungsprogramm hinaus Ak­zente zu setzen, Mitglieder und andere Kunstinteressierte gezielter anzusprechen und zu aktivieren, so etwa ganz zeitgemäß per E-Mail-Newsletter oder neuerdings auch über eine eigene App. Zusätzlich zu den von Sonntagmorgen auf Freitagabend verlegten Eröffnungen wird nun jeweils 14 Tage später noch einmal ein abend­licher Ausstellungsrundgang für Be­rufstätige angeboten und Claudia Moseler zufolge auch gut angenommen. Man probiere Verschiedenes aus, nicht alles funktioniere auf Anhieb, manches auch gar nicht, erklärte die Vorsitzende. Zunehmend schwerer werde es, Sponsoren zu akquirieren, die sich – legitimerweise – fragten, welchen Nutzen ihnen ein Engagement bringe.

Wir schaffen das.

Claudia Moseler

Noch steht der Kunstverein finanziell jedoch glänzend da. Auch wenn Schatzmeister Sandro de Marco für dieses Jahr mit höheren Ausgaben als Einnahmen rechnet, wird der Kassenbestand „dicke“ im Plus bleiben. Auf Antrag von Kassenprüfer Manfred Rasfeld wurde dem Vorstand denn auch einstimmig Entlastung erteilt. Als „einfaches Mitglied“ richtete Rasfeld anschließend noch den eindringlichen Appell an den Vorstand, für einen geordneten Übergang an der Vereinsspitze zu sorgen. Das sicherte Claudia Moseler zu. Sie sei bezüglich der Personalfragen optimistisch: „Wir schaffen das.“

Burkhard Leismann konstatierte, die Situation sei „nicht einfach“, ja „schwierig“, da gebe es „nichts zu beschönigen“. Aber der Verein, so der Direktor des Kunstmuseums, verfüge über ein großes Kapital, und das seien seine 369 Mitglieder. Wenn alle mitwirken, sollte es gelingen, das „Vakuum“ zu füllen. Und in einem ist sich Leismann ganz sicher: „Die Kunst wird weitergehen.“ (Weiterer Bericht folgt.)

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