Nachlass von Marga Spiegel versteigert
Zwei Winter kehren zurück nach Ahlen

Ahlen / Münster -

Zurück zu den Wurzeln hieß es am Samstag für zwei Arbeiten Fritz Winters: Die Leiterin des Fritz-Winter-Hauses, Helga Gausling, ersteigerte bei der Auktion des Nachlasses von Marga Spiegel in Münster eine Grafik und eine Papierarbeit.

Montag, 04.04.2016, 07:04 Uhr

Gut besetzt war der kleine Saal im Kunst- und Auktionshaus Wilbois am Samstag. Unter den Bietern befanden sich auch Helga und Michael Gausling (2. und 1. v.r.).
Gut besetzt war der kleine Saal im Kunst- und Auktionshaus Wilbois am Samstag. Unter den Bietern befanden sich auch Helga und Michael Gausling (2. und 1. v.r.). Foto: Dierk Hartleb

Seit Samstag sind sie wieder im Fritz-Winter-Haus : eine Grafik aus dem Jahr 1950 mit dem Titel „Siebdruck 16“ und eine Mischtechnik auf Büttenpapier aus dem Jahr 1959. Beide Winter-Arbeiten waren Teil des Nachlasses von Marga Spiegel , der im Kunst- und Auktionshaus Eric Wilbois in Münster versteigert worden ist.

Helga Gausling, die Leiterin des Fritz-Winter-Hauses, freute sich: „Auf diese Weise konnte ich unsere Sammlung ergänzen. Der Siebdruck war nämlich vergriffen.“ Michael Gausling, der seine Mutter begleitete, ersteigerte bei der Gelegenheit „für kleines Geld“ eine kleine Bronzeplakette von Anton Hiller, dessen Werk im Fritz-Winter-Haus schon mehrfach vorgestellt worden ist.

Bei der gut besuchten Auktion kamen insgesamt 525 Güter zum Aufruf, wobei nur eine kleine Zahl wieder zurückging. Besondere Aufmerksamkeit galt insgesamt dem Nachlass der 2014 verstorbenen Jüdin, die einen Großteil ihres Lebens in Ahlen gelebt hat und erst im Alter ihren Wohnsitz nach Münster verlegte. Auch die Stadt Werne nahm die Versteigerung der persönlichen Gegenstände Marga Spiegels zum Anlass mitzubieten. „Wir wollen doch unseren Kindern zeigen, wie die Namensgeberin unserer Schule gelebt hat“, erklärte Gabriele Kuschyk. Die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Werne hatte bereits die Vorbesichtigungsmöglichkeit in der vergangenen Woche genutzt, um einige geeignete Objekte für die stadteigene Sammlung auszusuchen. Darunter befand sich ein sehr schön gearbeiteter Sekretär, den Kuschyk für 2600 Euro ersteigerte. Der dazu gehörige Stuhl, ein Frühstücksgedeck, eine Teekanne und zwei Bilder der jüdischen Künstlerin Judith Pins, die lange in Münster gelebt hat, sind entweder für das Stadtmuseum oder für die Sekundarschule bestimmt.

Zum Aufruf kamen auch zwei frühe Arbeiten des Ahlener Künstlers Hermann Schweizer, die deutlich unter dem Mindestgebot ihren Besitzer wechselten.

Auktionator Eric Wilbois war von der Resonanz auf seine 109. Versteigerung überrascht. „Der Erlös liegt 100 Prozent über den Erwartungen“, meinte er am Ende zufrieden.

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