175 Jahre Löschzug Vorhelm
Spritzenhaus stand einst an der Kirche

Vorhelm -

Seit 1932 existiert in Vorhelm ohne Unterbrechung eine Freiwillige Feuerwehr. Doch die Geschichte der Brandbekämpfer in dem Dorf, das seit 1975 ein Teil der Stadt Ahlen ist, geht noch viel weiter zurück. Die wohl erste urkundliche Erwähnung einer Feuerspritze stammt aus dem Jahr 1841.

Freitag, 20.05.2016, 16:05 Uhr

Das älteste bekannte Foto mit Vorhelmer Feuerwehrmännern entstand um 1925. Von den Abgebildeten, die sich stolz in, auf und vor ihrem ersten motorisierten Fahrzeug postierten, sind folgende Namen bekannt: Franz Hohenhorst, Theodor Holtmann, Josef Schütte und Anton Scheffer. Das kleine Bild zeigt die damalige Löschspritze.
Das älteste bekannte Foto mit Vorhelmer Feuerwehrmännern entstand um 1925. Von den Abgebildeten, die sich stolz in, auf und vor ihrem ersten motorisierten Fahrzeug postierten, sind folgende Namen bekannt: Franz Hohenhorst, Theodor Holtmann, Josef Schütte und Anton Scheffer. Das kleine Bild zeigt die damalige Löschspritze. Foto: Archiv

Als die Wehrleute aus dem Hellbachdorf vor fast 35 Jahren ihr Goldjubiläum feierten, konnten sie nicht wissen, dass sie ein Jahrzehnt darauf eine viel ältere Geschichte aufdecken würden: Intensive Recherchen anlässlich des Jubiläums im Jahr 1992 führten nämlich zu interessanten Dokumenten. Einige Kameraden hatten im Warendorfer Kreisarchiv geblättert und waren auf eine viel frühere urkundliche Erwähnung einer Vorhelmer Feuerspritze aus dem Jahr 1841 gestoßen.

Wie Hermann Honermann, emeritierter Dorfpastor und leidenschaftlicher Heimatforscher, mittlerweile ergänzen konnte, befand sich das wohl erste Spritzenhaus unmittelbar neben der St.-Pankratius-Kirche innerhalb des damals noch komplett bebauten Kirchrings. Honermann fand die Eintragung auch auf alten Katasterkarten, die er gemeinsam mit dem Arbeitskreis Ortsgeschichte des Heimatvereins ausgewertet hat. Es sei natürlich nicht ausgeschlossen, dass es auch vor dieser Zeit eine Art Löschpolizei im Dorf gab, wissen die Fachleute, doch bis dato gibt es kein anderes Dokument, auf das sich die Aktiven von heute beziehen können. Vielleicht taucht in irgendeinem Archivkeller noch mal etwas auf.

Belegt ist jedenfalls die Einrichtung einer Vorhelmer Pflichtfeuerwehr im Jahr 1891. Die Chronik berichtet ebenso über eine „Temporäre Auflösung unter Protest“ im Jahr 1931. Schon im Jahr darauf waren die Wogen wieder geglättet, die Neugründung der Freiwilligen Feuerwehr besiegelt. Diese galt fortan für viele Jahre als maßgeblich für Jubiläumsfeiern des Zuges. Die Vorgeschichte geriet hingegen nahezu in Vergessenheit.

Im Jahr 1938 erhielten die Vorhelmer ein neues Spritzenhaus an der Schulstraße, das nach 1975 als Amtsnebenstelle und später als Kindergarten „Villa Winzig“ diente. Dieses Gebäude, das ursprünglich über einen markanten Schlauchturm verfügte, löste einen weitgehend aus Holz errichteten Vorgängerbau ab, der ebenfalls an der Schulstraße – allerdings auf der gegenüberliegenden Seite neben der Volksschule – stand.

Übrigens: Während der Kriegsjahre beteiligten sich Wehrmänner aus Vorhelm auch an Brandeinsätzen im Ruhrgebiet, das aufgrund seiner Industrie vom Bombenhagel schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde.

175 Jahre Feuerwehr Vorhelm

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  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Christian Wolff
  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Archiv
  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Archiv
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  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Archiv
  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Johannes Schulze Everding
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  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Johannes Schulze Everding
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  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Theo Keseberg
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  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Theo Keseberg
  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Archiv
  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Theo Keseberg
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  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Theo Keseberg
  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Theo Keseberg
  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Theo Keseberg
  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Archiv
  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Theo Keseberg
  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Theo Keseberg
  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Theo Keseberg
  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Theo Keseberg
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  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Theo Keseberg
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  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Theo Keseberg
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  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Theo Keseberg
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  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Christian Wolff
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  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Christian Wolff
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  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Christian Wolff
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  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Christian Wolff
  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Christian Wolff
  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Christian Wolff
  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Christian Wolff
  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Christian Wolff
  • Der heutige Löschzug Vorhelm blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück. Foto: Christian Wolff

Die Zahl der Einsätze pro Jahr hat sich nicht wesentlich vermehrt oder verringert. Sie liegt zwischen 40 und 50. Allerdings sind die Alarmierungsgründe heute andere als früher: Noch vor 30 Jahren rückte der Löschzug zahlenmäßig am häufigsten zu Brandeinsätzen aus. Für technische Hilfeleistungen, Verkehrsunfälle oder die Beseitigung von Ölspuren wurde eher selten alarmiert. „Die Alarmierung erfolgte damals noch über eine Sirene, die bei der Gastwirtschaft Pelmke angebracht war“, erinnert sich der heutige Zugführer Hubertus Heimann . „Der bessere vorbeugende Brandschutz, andere Baustoffe und der bessere Blitzschutz führten zu einem deutlichen Rückgang der Brandeinsätze. Heute machen sie etwa 25 Prozent der Gesamteinsätze aus.“

Gleichzeitig hat das Verkehrsaufkommen stark zugenommen und das Umweltbewusstsein ist gestiegen. Heimann: „Unser Löschzug rückt heute wesentlich häufiger zu Hilfeleistungen, wie der Beseitigung von Ölspuren im Verkehrsraum, zu Rettungsmaßnahmen bei Verkehrsunfällen, Tierrettungen, der Beseitigung von Sturmschäden oder zu überörtlichen Einsätzen aus.“

Mit der Ausmusterung der Lichtbühne, die auch über den Kreis Warendorf hinaus sehr gefragt war, ging die Zahl der überörtlichen Einsätze ebenfalls zurück. Für die Ausleuchtung der Einsatzstellen werden heute aufblasbare Lichttürme genutzt, die im „Gerätewagen Licht und Energie“ geführt werden.

Die Alarmierung erfolgt heute freilich nicht mehr über die Sirene, sondern „still“ und vor allen Dingen sehr schnell per Melder, die von den Mitglieder – wie ein Handy – immer mitgeführt werden können. „Hierdurch sind wir in der Lage, Einsatzstellen früher zu erreichen und den Schaden bereits in der Entstehungsphase zu begrenzen“, so der Zugführer.

(Mehr in der „Ahlener Zeitung“ vom 21. Mai 2016.)

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