„Tag der Architektur“
Eine Brücke zwischen alt und neu

Vorhelm -

Heute Schlaftrakt – früher Dachboden. Heute Küche – früher Schweinestall. Der Umbau von zwei Altgebäuden für eine moderne Wohnnutzung konnte nur durch einen Treppenturm gelingen – zu sehen demnächst beim „Tag der Architektur“.

Dienstag, 07.06.2016, 08:06 Uhr

Glücklich im neuen Haus: Marion und Holger Hasselmann (r. oben). Hinter ihnen die Brücke vom Treppenturm zu seinem Elternhaus, die direkt ins Dach ragt (rechts von innen). Der Wohntrakt ist die ehemalige Scheune.
Glücklich im neuen Haus: Marion und Holger Hasselmann (r. oben). Hinter ihnen die Brücke vom Treppenturm zu seinem Elternhaus, die direkt ins Dach ragt (rechts von innen). Der Wohntrakt ist die ehemalige Scheune. Foto: Jörg Pastoor

Ein langes, schmales Grundstück – darauf seit 1903 Holger Hasselmanns Elternhaus und eine Scheune mit Anbau, direkt nach dem Krieg errichtet. Wenn, das war schon dem ersten Architekten klar, hier Platz für eine Familie mit zwei kleinen Kindern entstehen sollte, dann nur mit einem Umbau . Die Meinung teilte auch Thomas Becker , der die Planung übernahm, als sein Vorgänger krankheitsbedingt aufgeben musste.

Seit zwei Jahren leben Marion und Holger Hasselmann jetzt mit ihren Kindern Elina (6) und Tim (5) im neuen Haus – das eigentlich nur den Treppentum als wirklichen Neubau hat. Details kann das Ehepaar am 25. Juni erzählen. Da öffnet es während des „Tages der Architektur“ ihre Haustür allen Interessierten.

So eng an die Grundstücksgrenzen wie damals gäbe es heute keine Baugenehmigung. Wegen des Zuschnitts hier an der Haarbachstraße 36 a hätte unter Wahrung der Abstandsgrenzen nur ein sehr langgezogener Bau entstehen können. „Und der hätte niemals diese Raumaufteilung ermöglicht“, erzählt Architekt Becker.

Von der alten Scheune ist nichts mehr übrig als die Grundmauern. Die Wände: haben große Fenstereinschnitte erhalten. Der First beherbergt das 35-Quadratmeter-Wohnzimmer mit raumhohem Ausblick nach draußen. Und unten , wo Hasselmanns Eltern damals zwei Schweine hielten, Koks lagerten und ihre Gartengeräte? In der heutigen Küche macht Elina ihre Hausaufgaben. „Erst wollten wir das Erdgeschoss ja gar nicht nutzen“, sagt Marion Hasselmann. Ihr Mann habe seine Werkstatt irgendwo unterbringen wollen. Aber nach gründlichen Planungen setzte sich der Architekt durch: Küche ins Erdgeschoss, Wohnzimmer nach oben. Und die Schlafräume? Dazu hatte sich Thomas Becker eingangs erwähnten Treppenturm einfallen lassen. Das Treppenhaus des kellerlosen Gebäudes erschließt die ehemalige Scheune. Aus dem ersten Stock reicht eine verglaste Brücke hinüber ins Obergeschoss des elterlichen Hauses. So haben beide Familien ihren Bereich für sich.

Marion und Holger Hasselmann vor ihrem Haus.

Marion und Holger Hasselmann vor ihrem Haus. Foto: Jörg Pastoor

Durch Dämmung und reichlich Fenster fällt viel Licht und Wärme ein. „Wir verbrauchen heute mit zwei Familien so viel Heizenergie wie früher mit einer“, schwärmt Holger Hasselmann vom Nebeneffekt.

Insgesamt hat das Projekt gute zwei Jahre gebraucht, nachdem Thomas Becker übernommen hatte. Das sei normal – auch, wenn die Scheune, wie er schmunzelnd einräumt, die eine oder andere Überraschung geboten habe. Die Decke der Scheune zum Beispiel habe gewackelt, als er mal drauf gesprungen sei. Also mussten Stahlträger hinein. Für die Kosten hätten Hasselmanns locker einen Neubau errichten können. Haben sie aber nicht. Für den lauschigen Blick in den Garten hat sich der Aufwand gelohnt.

Zum „ Tag der Architektur “ am 25. Juni zeigt die Familie zwischen 10 und 16 Uhr das jedem, der es sehen möchte – und Tipps für das Bauen im Bestand sucht.

Die hat auch Agnes Weber. Ihr heutiges Architekturbüro war einmal die Tanzschule Girke. Am Sonntag, 26. Juni, steht das Haus von 12 bis 17 Uhr offen. Um 15 und 17 Uhr führt Agnes Weber auch durch die Räume an der Dolberger Straße 112.

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