Am Tag nach der Bombendrohung
Der Schreck ist gesackt

Ahlen -

Die Polizei sucht intensiv nach dem Mann, der am Montag die Menschen im Zeppelincarree mit seiner Bombendrohung in Alarm versetzt hatte. Währenddessen verarbeiten die Betroffenen die verstörenden Stunden.

Dienstag, 28.06.2016, 18:06 Uhr

Warten auf die Sprengstoff-Spürhunde.   Knappe drei Stunden konnten unter anderem zwei Arztpraxen am Montag nicht weiterarbeiten. Dann hatte sich die Bombendrohung als falscher Alarm herausgestellt.
Warten auf die Sprengstoff-Spürhunde.   Knappe drei Stunden konnten unter anderem zwei Arztpraxen am Montag nicht weiterarbeiten. Dann hatte sich die Bombendrohung als falscher Alarm herausgestellt. Foto: Jörg Pastoor

Die Polizei ermittelt: Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Beleidigungen und Bedrohungen gegen eine Innosozial-Mitarbeiterin und der Bombendrohung am Montag? „Es wird aber auch geschaut, ob es sich doch um zwei unterschiedliche Geschichten handelt“, sagte Susanne Dirkorte-Kukuk am Dienstag auf Nachfrage zur „AZ“. Auch die technische Ermittlung der Anruferdaten brauche ihre Zeit. Noch konnte die Sprecherin der Kreispolizeibehörde aber nicht Neues mitteilen. Für den Verursacher der Evakuierung geht es jedenfalls um Offizialdelikte: Bedrohung und Erpressung.

Bei Innosozial stand Dienstag zunächst die Aufarbeitung des Geschehenen auf dem Programm. „Wir haben das besprochen“, so Dietmar Zöller danach. Der Geschäftsführer war Dienstagmorgen erst einmal durchs ganze Gebäude unterwegs um zu schauen, wie die Betroffenen das Erlebte aufgenommen haben. Sicher sei die Drohung erst einmal ein großer Schreck gewesen. „Ich habe mit vielen Mitarbeitern geredet. Die haben das schon ganz gut verarbeitet“, meinte er. Die Räumung des Gebäudes sei ruhig und schnell verlaufen, die Polizei habe sehr routiniert gearbeitet.

Die Räumung ging gut, ruhig und schnell vonstatten.

Innosozial-Geschäftsführer Dietmar Zöller

Am Tag danach gehe es ihm nun darum, „ein Sicherheitsgefühl wieder eintreten zu lassen.“ Das könne man nur mit ruhigen Gesprächen und einer sachlichen Betrachtung: „Es hilft ja nichts, Unruhe zu verbreiten. Wir waren nicht die ersten, denen so etwas passiert ist.“ Zur möglichst nüchternen Betrachtung zählt für Dietmar Zöller auch der Tathergang an sich. „2000 Euro zu verlangen, spricht ja nicht unbedingt für eine überlegte Maßnahme.“

Was die Motive des Täters angeht, hüllt er sich in Schweigen. „Ich will da keine größeren Spekulationen in Gang setzen.“ Auch seine Mitarbeiter habe er dazu angehalten, im Falle von Nachfragen von Kunden und Klienten auf das laufende Ermittlungsverfahren zu verweisen.

In der Nachbearbeitung bei Innosozial überlegt Geschäftsführer Zöller jetzt, wie sich Notfallplanungen für solche Ereignisse aufstellen lassen, die es ja für Feuer standardmäßig gebe. Er wolle sich in der Runde mit der Frage befassen, wie man damit umgehen könne. Für ihn habe am Montag gleich festgestanden: „Man muss so etwas ernst nehmen.“ Er sei auf die Ermittlungen gespannt. „Das hat ja auch Schaden angerichtet. Es wäre gut, wenn man ihm demjenigen gegenüber geltend machen könnte.“

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