Neues vom Zechengelände
Swing und Boogie im Grubenlüfter

Ahlen -

Die Firma „Eventa Zeche Westfalen“ legt los: Ein Swing-Tanzlokal und ein „Veranstaltungsmarktplatz“ sollen bis 2017 im ehemaligen Grubenlüfter und im Lokschuppen entstehen.

Donnerstag, 30.06.2016, 20:06 Uhr

Swingtänzer willkommen. Wo früher das „Wetter“ gemacht wurde, sollen in Zukunft Tänze der 20er- und 30er Jahre aufs Parkett gelegt werden.
Swingtänzer willkommen. Wo früher das „Wetter“ gemacht wurde, sollen in Zukunft Tänze der 20er- und 30er Jahre aufs Parkett gelegt werden. Foto: Eventa Zeche Westfalen

An der Zeche Westfalen werden zwei weitere Gebäude saniert. Seit September 2014 läuft die Planung, die sich nun laut Bauamt auf der Zielgeraden befindet. „Es hat viel Zeit, Nerven und Geld gekostet zu planen und das Konzept erfolgreich mit der Stadt zu entwickeln“, erklärt Klaus Thiesing von der Firma „ Eventa Zeche Westfalen“. Er plant ein Swing-Tanzlokal im ehemaligen Grubenlüfter und eine „Markthalle“ für Veranstaltungen im ehemaligen Lokschuppen .

Das öffentliche Interesse sei von Anfang an sehr groß gewesen und die Stadt habe das Projekt sofort unterstützt. Der Tourismus am Werseradweg, der zwischen diesen beiden Gebäuden verläuft, profitiere durch die neue Nutzung und die Attraktivität der Stadt steige. Es wurde, so Investor Thiesing, bereits ein erster Arbeitsplatz geschaffen. Weitere 20 Arbeitsplätze in der Gastronomie seien geplant.

Wer die Zeche Westfalen ganz durchfährt, sieht von der Straße aus den imposanten gelben 15 Meter hohen Diffusor des ehemaligen Grubenlüfters mit dem daneben ruhenden Schaufelradgehäuse. Hier wurde früher das „Wetter“ gemacht, wie die Bergleute es nennen.

Diffusor und Schaufelradgehäuse sind aktuell ein verschlossenes System, welches keinen Einblick ermöglicht. Man sieht außer einem Elektroantrieb im Gebäudeinneren, das ebenfalls nicht sicher begehbar ist, nichts. Der Diffusor ist schon stark durch Korrosion beschädigt und steht im Wasser. Auch im Schaufelradgehäuse steht Wasser in einer Höhe von erstaunlichen 4,80 Metern. Da brauche es, wie Thiesing sagt, „schon etwas Fantasie und Mut dieses Gebäude in Szene zu setzen und retten zu wollen“.

Der Eingang wurde vom Ahlener Architekten Christian Tripp, einem Kenner der Zeche Westfalen, auf besondere Weise konzipiert. Er soll zum neuen Swing-Tanzlokal führen. Nach 100 Jahren schwerer Arbeit soll hier nun gelacht und getanzt werden. Tänze der 20er und 30er Jahre wie „Lindy Hop“, „Balboa“, „Charleston“, „Boogie Woogie“ und „Shag“, die seit einigen Jahren wieder stark im Kommen sind, sollen hier getanzt werden. Ein Zentrum für Swingtanz ist das Ziel. Dazu wird es eine Tanzschule und entsprechende Workshops sowie ein Kursprogramm geben.

Auf der anderen Seite des Werseradwegs liegt der ebenfalls prominente Lokschuppen. Er wird gerade saniert. „Das marode Gebäude hat nie seinen Charme verloren und wurde so immer gerne als Location für Modefotos, Musikclips und als Background für so manches Auto genutzt“, schwärmt Klaus Thiesing. Dass es allerdings ebenfalls schon so stark beschädigt ist, hat Klaus Thiesing dann doch nicht erwartet. Hier entsteht nun die „Markthalle-Lokschuppen“, ein Veranstaltungsort für viele Anlässe. Wenn der Lokschuppen saniert ist, bieten die fast 400 Quadratmeter entsprechend Platz für Veranstaltungen, Ausstellungen und Märkte.

Der Bereich zwischen „Tanzlokal-Grubenlüfter“ und der „Markthalle-Lokschuppen“ soll als Biergarten gestaltet werden. Das zentrale Platanenbeet bekommt einen Windschutz und eine entsprechende Ausstattung. So soll es dort auch Open-Air-Events geben. Für den 1000 Quadratmeter großen Biergarten wurde ein Name gewählt, der dem Pütt sehr nahe steht: „Flöz“.

Die Eröffnung der neuen Angebote ist geplant für Frühjahr, Sommer 2017, wenn die letzten Genehmigungen dann vorliegen.

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