Wege aus dem Ahlener Haushaltsloch
Sparen? Nur durch Einschnitte

Ahlen -

Fünf Millionen „Dispo“ in der Stadtkasse: So hoch ist das sogenannte strukturelle Defizit. Kämmerer Dirk Schlebes hat sich jetzt an die vom Rat bestellte Arbeit gemacht und sucht Grundlagen für ein solides Finanzfundament. Das wird aber hier und da wehtun.

Mittwoch, 06.07.2016, 15:07 Uhr

„Sanierungskonzept der Stadt Ahlen “. Das liest sich unspannend. Dass sich dahinter der Versuch versteckt, den Grund für die dauerhaft roten Zahlen im Haushalt zu beseitigen, ist eine Absichtsbeschreibung. Aufhorchen lässt aber der Ansatz, mit dem Kämmerer Dirk Schlebes das nun für die nächsten Jahre angehen möchte: Wenn man das sogenannte „strukturelle Defizit “ der Stadt in Höhe von etwa fünf Millionen Euro beseitigen möchte, dann bedeute das „schwere Entscheidungen“ für den Rat. Weil er das absegnen muss, was die Kämmerei an Sparvorschlägen quer durch alle Angebote der Stadt unterbreiten kann und will. Stichwort: „Standardabsenkungen“.

Dirk Schlebes setzte einen Beschluss des Rates von Ende 2015 um. Damals lautete der Auftrag, bis 30. Juni 2016 ein Sanierungskonzept zu erarbeiten, das den Haushalt ins Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben bringt.

Montagnachmittag erklärte der oberste Zahlenwächter dem Fachausschuss, wie er dabei vorgehen möchte. Aktuell gebe es rund 300 Ideen, wo die Verwaltung auf Leistungen verzichten könne. Dabei gebe es die verschiedene Typen von Sparvorhaben: Solche, die Leistungen streichen, aber zunächst kein Geld sparen helfen. Andere helfen langfristig, zu sparen. Wieder andere kosten zunächst Geld, um aber auf Dauer Kosten zu senken.

Dirk Schlebes kam aus dem Theoriebereich auf ein Praxisbeispiel: „Ein Dokument-Managementsystem kostet zunächst, spart aber langfristig.“ Wenn es weniger Papier gebe, müssten weniger Akten angelegt und aufbewahrt werden. Geld für den Papierkauf falle weg, Mitarbeiter könnten zentral auf Unterlagen zugreifen.

Wenn man ernsthaft den Weg zum Sparen gehen wolle, so Dirk Schlebes weiter, dann dürften „keine Dokumente für die Schublade und keine Strohfeuer“ erzeugt werden, sondern man müsse diese neue Art der Sparsamkeit „leben“. Schlebes eindringlich weiter: „Nur dies heißt, keine Anleihen mehr bei der folgenden Generation zu machen, nicht alte Defizite durch neue abzulösen.“

Sehr viel weniger Beschäftigte, das hatte ergänzend die Leiterin der städtischen Personalabteilung Klaudia Froede gesagt, könne man auf Dauer nicht als konkreten Sparvorschlag einbringen. Auch nach intensiver interner Aufgabenkritik und Berücksichtigung in den nächsten fünf Jahren ausscheidender Mitarbeiter sei klar: „Es hat sich gezeigt, dass die Verwaltung hinsichtlich Personalausstattung allmählich an ihre Grenzen kommt.“ Mehr als zwei Stellen seien auf Dauer nicht wegzustreichen.

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