Festival „Tönnis rockt“
Spaß von Sechs bis 60 plus

Tönnishäuschen -

Die Premiere war auf dem Sportplatz der Kapellengemeinde. Inzwischen hat sich jedoch der alte Schulhof zum festen Austragungsort für das Freiluft-Festival „Tönnis rockt“ entwickelt. Am Samstag feierte die Großveranstaltung ihr Zehnjähriges.

Sonntag, 10.07.2016, 17:07 Uhr

Da geht es ab: Die Gruppe „Blazin‘ Vibes“ mit Frontfrau, Sängerin und Songschreiberin Svenja Leopold (Mitte). Sie versetzte das Publikum bereits in die passende Stimmung, um nach Sonnenuntergang so richtig durchzustarten.
Da geht es ab: Die Gruppe „Blazin‘ Vibes“ mit Frontfrau, Sängerin und Songschreiberin Svenja Leopold (Mitte). Sie versetzte das Publikum bereits in die passende Stimmung, um nach Sonnenuntergang so richtig durchzustarten.

„Saugut“ hat das Plakat mit dem charakteristischen Schweinekopf schon im Vorfeld versprochen. Und genauso kommt das Freiluft-Festival „Tönnis rockt“ am Samstag beim Publikum in Ahlens kleinstem Ortsteil auch an. Mit einem kurzweiligen und abwechslungsreichen Musikprogramm, dargeboten von sieben Bands, zeigt sich das Antoniusdorf vom späten Nachmittag bis weit nach Mitternacht ganz groß: Mainstream-Pop, spaßige südamerikanische Klänge oder Blues und 80er-Jahre-Rock zum Jubiläum erleben bis zu später Stunde die schätzungsweise 500 Besucher, die auf dem Platz vor der Alten Schule dabei sind – und dabei bestens unterhalten werden.

Als die junge Sendenhorster Band „Endlich Freitag“ mit Coversongs von Taylor Swift , Katie Perry oder Lena Meyer-Landruth den Auftakt macht, füllt sich der Platz zügig. „Das macht den Charme von ‚Tönnis rockt‘ aus“, meint gleichzeitig Andreas Scheffer, der zum zehnten Mal beim Organisationsteam mit dabei ist: Die Veranstaltung, die vor einem knappen Jahrzehnt zuerst „einfach mal so“ über die Bühne ging, mache sowohl dem Publikum „von Sechs bis 60 plus“ ebenso wie den knapp 40 eingespielten Helfern bis heute einfach Spaß.

Das merken die vielen Besucher dem reibungslosen Ablauf bei „Tönnis rockt“ auch an, bei dem trotz unterschiedlichster Bands kein Soundcheck und keine Umbaupause zu lange dauert. Jörg Wewer unterhält da etwa als „Der Schorsch“ mit Rock- und Folk-Songs als in Tönnishäuschen mittlerweile als „kultig“ bekannter Alleinunterhalter, bei einem Song auch mit Bruder Barney an seiner Seite. Die Unterhaltung des Publikums gelingt „Schorsch“ nur an der Ukulele mit minimalistisch dargebotenen Coversongs.

Die zehnköpfige Band „Blazin‘ Vibez“ aus Osnabrück weiß anschließend mit Reggae-Klängen, gekoppelt mit Bläsersätzen und elek­tronischen Sounds an zwei Synthesizern, zu beeindrucken. Frontfrau, Sängerin und Songwriterin Svenja Leopold begeistert so sehr, dass die „Blazin‘ Vibes“ noch ein „Selfie“ für ihre „ Facebook “-Seite mit applaudierenden Zuhörern vor der Bühne machen, bevor sie eine Zugabe geben. Zwischen den Musikdarbietungen stehen die „Tönnis-rockt“-Besucher am Getränke- oder Imbisstand Schlange – oder besorgen sich als Erinnerung eines der begehrten „sau­guten“ T-Shirts.

Zehn Jahre Festival „Tönnis rockt“

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  • In Ahlens kleinstem Ortsteil wurde wieder ordentlich gerockt. Foto: Christian Feischen
  • In Ahlens kleinstem Ortsteil wurde wieder ordentlich gerockt. Foto: Christian Wolff
  • In Ahlens kleinstem Ortsteil wurde wieder ordentlich gerockt. Foto: Christian Feischen
  • In Ahlens kleinstem Ortsteil wurde wieder ordentlich gerockt. Foto: Christian Feischen
  • In Ahlens kleinstem Ortsteil wurde wieder ordentlich gerockt. Foto: Christian Feischen
  • In Ahlens kleinstem Ortsteil wurde wieder ordentlich gerockt. Foto: Christian Wolff
  • In Ahlens kleinstem Ortsteil wurde wieder ordentlich gerockt. Foto: Christian Feischen
  • In Ahlens kleinstem Ortsteil wurde wieder ordentlich gerockt. Foto: Christian Feischen
  • In Ahlens kleinstem Ortsteil wurde wieder ordentlich gerockt. Foto: Christian Feischen
  • In Ahlens kleinstem Ortsteil wurde wieder ordentlich gerockt. Foto: Christian Feischen
  • In Ahlens kleinstem Ortsteil wurde wieder ordentlich gerockt. Foto: Christian Feischen
  • In Ahlens kleinstem Ortsteil wurde wieder ordentlich gerockt. Foto: Christian Feischen
  • In Ahlens kleinstem Ortsteil wurde wieder ordentlich gerockt. Foto: Christian Feischen

Währenddessen treten „Hänk und Tänk“ auf. Das sind Dennis Hadrika und Carsten Przyluczky aus Ahlen, die gerne mit der Behauptung kokettieren, ei­gentlich aus Berlin zu kommen. Den verdienten Applaus bekommt das eigenwillige Duo aber weniger für seine angebliche Herkunft, sondern für akustisch gespielte Versionen von Lady Gagas „Bad Romance“ oder AC/DCs „TNT“. Auch die mit Gitarren-Verzerrer dargebotenen Bon-Jovi- oder „LedZeppelin“-Songs lassen bei bestem Sommerwetter in der lauen Nacht Festival-Stimmung aufkommen.

Irgendwann zwischendurch fallen ein paar Regentropfen. Doch die Wolken haben sich längst wieder verzogen, als die „Los Tres Amigos“ mit viel Spielfreude und nicht ohne Selbstironie südamerikanisches Flair in Tönnishäuschen verbreiten. Übrigens sind die „Tres Amigos“ trotz ihres Bandnamens als Sextett auf der Bühne, nennen das Antoniusdorf „La Casita de San Antonio“ und amüsieren ansonsten mit pseudo-spanischen Texten zu bekannten Melodien wie „Guantanamera“ oder der „Tequila“-Melodie ebenso wie mit dem deutschen Song „Zu spät“ von den „Ärzten“ im Mexiko-Arrangement. Die stilecht und temperamentvoll dargebotenen Rhythmen begeistern und fordern lautstarke – nicht nur wegen einer isländischen „Huh“- Applaus-Einlage – „Zugabe“- Rufe geradezu heraus.

Mit Matt Walsh steht am späteren Abend ein Urgestein der Bluesszene nicht nur des Münsterlandes auf der Bühne. Der aus Dublin stammende Musiker lebt seit Jahrzehnten in Münster, hat mit zahlreichen Instrumentalisten aus dem Jazz- und Bluesbereich international zusammengearbeitet und dafür schon mehrere Preise gewonnen. Viel Applaus gibt es für seine eigenen Kompositionen ebenso wie für Blues-Klassiker, die Walsh mit eindrucksvoller Stimme und hingebungsvollem Harmonika- als auch Saxophonspiel in Begleitung seiner Band interpretiert. Für „Tönnis rockt“ verzichtet Walsh mit den Münsteranern Friedemann Kühn am Schlagzeug, Wolfgang Hillmann an der Gitarre und Tomi Besso am Bass bewusst auf Stücke seiner jüngsten CD und bietet einen Reigen bluesiger Live-Perlen dar.

Mit rockigen Klängen aus den 80er Jahren klingt das Festival dann irgendwann in der Nacht aus. „N-XT“ aus Hamm wissen mit Songs wie David Bowie‘s „China Girl“ oder „Love Will Tear Us Apart“ von Joy Division – alles schnörkellos souverän und rockig gespielt und darum mit viel Beifall belohnt - bis in die tiefe Nacht zum Tanzen und Mitsingen zu animieren. „Bei uns gibt‘s keinen ‚Brexit‘“, ruft Sänger Eric Folts schließlich in die Menge, bevor zu „London Calling“ von „The Clash“ noch mal so richtig abgerockt wird. Und viele sichtlich zufriedene Gesichter im Publikum verraten zum Abschluss der zehnten Ausgabe von „Tönnis rockt“: Das war wieder mal „saugut“.

Bei uns gibt‘s keinen ‚Brexit‘.

Eric Folts
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