Denkanstoß „Translokationen“
Ahlen und der „Aha“-Effekt

Ahlen -

Auf den „Aha“-Effekt setzt das Bürgerzentrum Schuhfabrik gemeinsam mit dem Künstler Stephan US bei der Aktion „Translokationen“.

Dienstag, 12.07.2016, 14:07 Uhr

Das „Aha!“ ist in dem alten Schriftzug der Firma Nahrath noch erhalten. Auf den Grußpostkarten holt es der münsterische Künstler Stehan Us aus der Versenkung und macht es sichtbar
Das „Aha!“ ist in dem alten Schriftzug der Firma Nahrath noch erhalten. Auf den Grußpostkarten holt es der münsterische Künstler Stehan Us aus der Versenkung und macht es sichtbar Foto: Bürgerzentrum

„Aha!“ Dieser Schriftzug hätte sich auf den Dächern alter Fabrikgebäuden wie Nahrath oder Hundhausen sicherlich gut gemacht. Aber da spielten die Eigentümer nicht ganz so mit, wie sich das Christiane Busmann und Stephan Us gewünscht hätten.

Aber auch ohne das weithin sichtbare „Aha!“ zieht ist die neueste Aktion der Bürgerzentrum Schuhfabrik die Blicke durchaus auf sich. Vorläufig in Form von drei verschiedenen Grußpostkarten mit den Ansichten der beiden erwähnten Industriebrachen. Dazu gesellen sich sich noch das Haus Holtermann, das sich allerdings für einen Schriftzug von vornherein nicht eignete, und das Rathaus, in dessen Buchstaben das Wort „Aha“ auch wieder auftaucht.

„Wir wollen Menschen aktivieren, sich in Stadtentwicklung einzumischen“, erläutert Busmann die Zielrichtung. Dazu suchen die beiden Initiatoren – die Büz-Geschäftsführerin als Koordinatorin und Us als Künstler – in den nächsten Wochen und Monaten das Gespräch mit Bürgern. Dabei sollen nach Möglichkeit Visionen, Ideen und neue Bilder und Zusammenhänge entstehen. „Mit viel Lust am Spiel, um eine positive Identität der Stadt zu befördern“, erklärt Us. Dem Spaßfaktor messen beide einen hohen Stellenwert zu, weil Stadtentwicklung vielfach als Belastung angesehen werde, denn oft sei die Ausgangslage eher negativ und biete wenig Umsetzungsperspektiven.

Dem will die Aktion, die unter der etwas sperrigen Überschrift „ Translokationen – Über Setzungen zur Stadt Veränderung“ startet, entgegenwirken. Modellhaft sollen durch praktisch erlebbare Aktionen Gestaltungsvorschläge erprobt werden. An dieser Stelle kommt die Kunst ins Spiel, in dem Künstler ungewohnte Bilder in den Köpfen von Aktiven und Zuschauern kreieren wollen. „Auf diese Weise wollen wir Orte positiv (be)setzen“, so Us.

Startpunkt war das Stadtfest, auf dem Busmann bereits einige der Grußpostkarten zur „Aha“-Aktion unter dem Publikum verteilte. „Die ersten Reaktionen waren sehr positiv“, berichtet die Büz-Geschäftsführerin. Gestaltet wurden die Postkarten von Us, der damit diesen städtischen Raum, der vielen als Unort gilt, wieder als Gestaltungsraum ins Bewusstsein der Ahlener zurückholen will. Folgen wird diesem „Aha! eine mobile Lichtinstallation des Münsteraner Künstlers, die durch den Stadtraum wandern und die verschiedenen Räume neu beleuchten wird.

Bis Ende des Jahres sollen auf diese Weise neue Zentren der Stadt in den Blick genommen und mit neuen Ideen und Konzepten bearbeitet werden.

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