Diamantbrief für Ewald Schulz
Küferei mit Leidenschaft ausgeführt

Ahlen -

Mit dem Diamantenen Meisterbrief ist am Mittwochvormittag Ewald Schulz ausgezeichnet worden. Vor 60 Jahren legte er seine Prüfung im Küferhandwerk ab, erstellte Fässer für ganz unterschiedliche Zwecke.

Mittwoch, 20.07.2016, 16:00 Uhr aktualisiert: 21.07.2016, 09:59 Uhr
Besondere Würdigung: Martin Jostmeier überreichte im Namen der Handwerkskammer Münster den Diamantenen Meisterbrief an Ewald Schulz. Auch Gattin Natalie Schulz (v. l.) gratulierte ihrem Mann herzlich.
Besondere Würdigung: Martin Jostmeier überreichte im Namen der Handwerkskammer Münster den Diamantenen Meisterbrief an Ewald Schulz. Auch Gattin Natalie Schulz (v. l.) gratulierte ihrem Mann herzlich. Foto: Ralf Steinhorst

Eine seltene Ehrung nahm Ewald Schulz am Mittwochvormittag entgegen: Vor 60 Jahren legte er seine Küfer-Meisterprüfung ab und erhielt somit aus den Händen von Martin Jostmeier , dem stellvertretenden Geschäftsführer der Handwerkskammer Münster, den Diamantenen Meisterbrief überreicht.

„Einen solchen Meisterbrief überreiche ich auch erst das zweite Mal“, hob Martin Jostmeier die Seltenheit dieses Ereignisses hervor. Mit der Übergabe des Diamantenen Meisterbriefs findet der Dank der Handwerkskammer für die erfolgreiche Berufstätigkeit im Handwerk und die jahrzehntelange Treue zum Berufsstand ihren sichtbaren Ausdruck.

Im Jahr 1933 geboren, legte Ewald Schulz am 6. Juni 1956 in Münster seine Meisterprüfung im Böttcher-Handwerk ab. Über 300 Jahre betrieb das Weinhaus Schulz das Küferhandwerk, so dass Ewald Schulz diese Arbeit bereits in die Wiege gelegt wurde. Dabei wollte er aber ursprünglich kein Küfer werden, gab dann aber doch dem Drängen des Vaters Josef nach. „Ich habe die Küferei dann aber mit Leidenschaft ausgeführt“, erzählt der Jubilar.

Die Ausbildung erfolgte im elterlichen Betrieb, Erfahrungen sammelte Schulz während der Wanderschaft und in verschiedenen Handwerksbetrieben. 1952 übernahm er den Betrieb vom Vater, gesundheitliche Gründe waren dafür ausschlaggebend. 1956 folgte die Meisterprüfung. Damals stellte Ewald Schulz Holzfässer für Brennereien, Landwirte oder auch für Haushalte her. Sauerkrautfässer, Gurkenfässer und Fässer für das Pökeln von Schweinefleisch wurden damals noch genauso benötigt wie Schaukelwaschmaschinen aus Holz. Aber auch die Reparatur von Holzfässern gehörte zum Aufgabenbereich von Ewald Schulz.

Mit dem Beginn der Kunststofffertigung nahm die Bedeutung der Küferei ab, zudem brannte 1968 die Küferwerkstatt an der Wilhelmstraße aus. Das war dann auch das Ende der Küferei. Ewald Schulz gründete in Vorhelm das Unternehmen „Schulz-Profile“, das sich noch heute der allgemeinen Holzbearbeitung und der Herstellung von Holzprofilen widmet. 2008 ging er dann in den Ruhestand und übergab den Betrieb seinem Sohn Ludger Schulz, der ebenfalls das Böttcherhandwerk erlernt hat.

Das Weinhaus Schulz lag im Zuständigkeitsbereich von Ewald Schulz‘ Ehefrau Natalie, 1997 wurde es vom zweiten Sohn Marcus Schulz übernommen. Der erreichte 2011, dass die kleine Gasse am Weinhaus Schulz auch von der Stadt die offizielle Bezeichnung „Küfergasse“ erhielt. Zuvor war diese viele Jahre namenlos geblieben. „Das war für meinen Mann ein großes Geschenk“, freute sich Natalie Schulz über diese Benennung.

Einen solchen Meisterbrief überreiche ich auch erst das zweite Mal.

Martin Jostmeier
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