Beatrix von Storch in Ahlen
Freude über „Brexit“ der Briten

Ahlen -

Die AfD kann sich vorstellen, dass die Stimmen von Familien mit Kindern bei Wahlen ein höheres Gewicht haben als die kinderloser Ehepaare oder von Singles. Das sagte die stellvertretende Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Beatrix von Storch, auf einer Veranstaltung des AfD-Kreisverbands Warendorf in der Stadthalle.

Donnerstag, 21.07.2016, 09:59 Uhr
Nahezu voll besetzt war der kleine Saal der Stadthalle bei der AfD-Veranstaltung am Dienstagabend. Die 140 Besucher, darunter viele Auswärtige, mussten sich einer Einlasskontrolle unterziehen.
Nahezu voll besetzt war der kleine Saal der Stadthalle bei der AfD-Veranstaltung am Dienstagabend. Die 140 Besucher, darunter viele Auswärtige, mussten sich einer Einlasskontrolle unterziehen. Foto: Peter Harke

Der ein e – Thomas Röckemann – zog gegen „Betonköpfe“ in Düsseldorf und Berlin zu Felde, die andere – Beatrix von Storch – labte sich vor allem weidlich, sehr zur Freude der Zuhörer, an den Verkrampfungen einer gendergerechten Sprache. Im ersten Teil ihrer Rede hatte sich die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende mit dem „Brexit“ beschäftigt.

Zur zweiten Vortragsveranstaltung in der Stadthalle in diesem Jahr begrüßte der AfD-Kreissprecher Dr. Christian Blex am Dienstagabend rund 140 Besucher. Weil im Kreis angeblich viele Wirte nicht bereit seien, der AfD Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, weil sie von wem auch immer „bedroht“ würden, sei man erneut in der Stadthalle Ahlen zu Gast, die aber „nicht günstig“ sei, so Blex. Deshalb ließ der Kreistagsfraktionsvorsitzende zwei „Spendenschweine“ kreisen, die reichlich gefüttert wurden.

Röckemann, Mitglied der Bundesschiedskommission seiner Partei, empfahl sich als der „richtige“ Spitzenkandidat für die AfD-Landesliste zur Landtagswahl am 14. Mai 2017. Der amtierenden rot-grünen Landesregierung warf der Rechtsanwalt aus Minden „Beton-Verhalten“ vor, dessen Folgen in der Schulpolitik „unsere Kinder“ durch Unterrichtsausfall auf Grund von Lehrermangel, der Beschulung von Flüchtlingen ohne Deutschkenntnisse in den Regelklassen und Inklusion auszubaden hätten. Röckemann: „Wie soll da noch ein vernünftiger Unterricht stattfinden?“ Als Schuldigen für die verstärkt auftretenden Schäden durch Unwetter machte Röckemann die Energiepolitik der Landesregierung aus, die auf Biogasanlagen setze, was durch den vermehrten Maisanbau zu einer Verkarstung des Bodens führe. Zum Thema Flüchtlinge und Asylpolitik stellte Röckemann fest: „Die Grenzen sind so offen wie zuletzt im Dreißigjährigen Krieg.“

Beatrix von Storch

Beatrix von Storch Foto: Peter Harke

Für die Europaparlamentarierin von Storch herrscht nach dem „Brexit“-Votum „mehr Demokratie in Europa“. Für die Klage vieler jüngerer EU-Befürworter in Großbritannien, die Alten hätten mit ihrem „Leave“ den Jungen die Zukunft verbaut, hatte die Rednerin nur Spott nach der Devise „Pech gehabt“ übrig, weil sie nicht zur Wahl gegangen seien. „Wir freuen uns, dass in einem EU-Land ein Referendum möglich ist,“ urteilte sie. Kaum jemand habe damit gerechnet, dass sich die Mehrheit der Briten für einen EU-Austritt entscheiden würde. Dem Vorsitzenden der UKIP, Michael Farage, der seit 20 Jahren für den Austritt aus der EU gekämpft habe, jetzt Fahnenflucht vorzuwerfen, weil er den Vorsitz der Partei niedergelegt habe, sei falsch. Es sei die Aufgabe der Regierung in London, den „Deal“ über den Austritt mit Brüssel auszuhandeln. Dies sei ein grundsätzliches politisches Missverständnis, von der Opposition Lösungen zu erwarten anstatt von den Regierenden. „Die Briten haben ein Fenster geöffnet“, sagte von Storch, und sie hoffe, dass diesem Beispiel noch andere folgten. Bislang hätte es das politische Establishment verstanden, bis auf wenige Ausnahmen alle durchgeführten Referenden in EU-Ländern, auch wenn sie ablehnend gewesen seien, als Bestätigung für seine Politik zu werten.

Ausführlich beschäftigte sich die Politikerin im zweiten Teil ihrer Rede mit der beabsichtigten Gleichstellung von Männern und Frauen, die über die Gleichberechtigung weit hinausgehe. Die AfD trete für Gleichberechtigung ein, nicht aber für eine Gleichstellung der Geschlechter. Dies aber sei im Rahmen der von der EU beschlossene Richtlinien zum Gender-Mainstreaming erklärtes Ziel. Eine 50-Prozent-Quote in allen Lebensbereichen sei völlig ab wegig.

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