Viele Baustellen noch unfertig
Das „Bau“ muss raus

Ahlen -

Schlechter Belag, fehlender Bürgersteig, keine ordentliche Entwässerung: Baustraßen. 57 gibt es davon in der Stadt. Erstmals hat die Verwaltung sie jetzt alle aufgelistet – Empfehlungen für eine Sanierungs-Reihenfolge inklusive.

Donnerstag, 18.08.2016, 11:08 Uhr

Die Nummer eins bei den sanierungsbedürftigen Baustraßen ist der Wersedamm nördlich des Klärwegs.
Die Nummer eins bei den sanierungsbedürftigen Baustraßen ist der Wersedamm nördlich des Klärwegs. Foto: Jörg Pastoor

Sie haben alle einen Namen. Und stehen jetzt mit dem nachlesbaren Stempel „ Baustraße “ erstmals konkret auf einer Liste: 57 Wegstrecken im Stadtgebiet, die mehr oder weniger kaputt und deshalb reif für einen Endausbau sind. Irgendwann.

Nächsten Donnerstag befasst sich der Betriebsausschuss mit der 25-seitigen Aufstellung, die auch ein Ausbaukonzept enthält. Das wird Grundlage für den Wirtschaftsplan der Umweltbetriebe, in deren Zuständigkeit der Straßenbau liegt.

Die ausführlichere Beschreibung dessen, was einen Weg eben zur „Baustraße“ macht, liest sich analytisch-nüchtern. Der Klassiker, der diesen Stempel verdient, liege in der Innenstadt und an bebauten Grundstücken. Ein „klassischer Ausbau“ als Tempo-30-Zone oder Spielstraße fehle, eine geführte Entwässerung ebenso. Außerdem seien „teilweise unbefestigte Flächen“ vorhanden.

Die qualitative Einstufung der Trassen funktioniert in der Aufstellung nach dem Schulnotensystem. Eine Eins stellt den niedrigsten Handlungsbedarf dar, eine Sechs den höchsten. Darin enthalten sind zu unterschiedlichen Anteilen die Notwendigkeit aus Sicht des Straßenbaus und der Stadtentwässerung (jeweils 45 Prozent Bedeutung) und Versorgungsleitungen (zehn Prozent). Um dem Rat, der das Geld für die Sanierung der „Patienten" im Straßennetz ja bewilligen muss, eine Rangfolge bereitzustellen, hat der Fachbereich von Umweltbetriebsleiter Bernd Döding den Sanierungsbedarf in Blöcke aufgeteilt – sozusagen von „kurzfristig an der Reihe“ bis „hat Zeit“. Einbezogen ist dabei auch der rechtliche Rahmen: An welcher Straße haben die Anwohner den Ausbau über ihren Anliegerbeitrag schon lange bezahlt, wird es also Zeit dafür?

Herausgekommen ist dabei die mit Punkten bewertete Liste, die der Betriebsausschuss als Fachgremium des Rates Donnerstag in „erster Lesung“ behandelt. Als Nummer eins der Ausbaukandidaten steht der Wersedamm nördlich der Einmündung Klärweg mit seiner Gesamtpunktzahl von 4,54 in der ersten Priorität. Die Oberfläche hat es aus Sicht der Straßenbauer am nötigsten, unten drunter stufen die Stadtwerke die Dringlichkeit für Sanierungen im Gas-, Wasser- und Stromleitungsnetz am höchsten ein. Einen Mittelrang nehmen auf Platz 27 der Brinkweg (Gesamtziffer 2,70 bei dürftigem Straßenzustand, aber intakten Versorgungsleitungen) oder die Saturnstraße (2,11 Punkte) ein. Den geringsten Sanierungsbedarf attestieren die Verwaltungsfachleute auf Platz 57 der Straße Im Langenkamp. Der Wert von 1,35 weist zwar schon Mängel im Straßenbelag nach, aber die Entwässerung sei dort ebenso wenig ein Problem wie der Zustand im Leitungsnetz.

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