Neue Kindertagesstätte „Villa Regine“
Vorbereitung auf 24 Stunden

Ahlen -

Der Betrieb läuft. Dass hier und da noch Handwerker in der neuen Kita aktiv sind, stört die Eltern nicht. Hauptsache, ihre Kleinen sind versorgt. Und das vielleicht sogar bald in einer „Plus-Kita“.

Samstag, 20.08.2016, 14:08 Uhr

Probesitzen am „Reginenstrand“: Heinrich Sinder, Heike Laumeier und Ludger Althoff warten jetzt auf die Politik, um mit Hilfe des Programms von „Plus-Kita“ das endgültige Konzept umsetzen zu können.
Probesitzen am „Reginenstrand“: Heinrich Sinder, Heike Laumeier und Ludger Althoff warten jetzt auf die Politik, um mit Hilfe des Programms von „Plus-Kita“ das endgültige Konzept umsetzen zu können. Foto: Ralf Steinhorst

Schon der Name „ Villa Regine “ zeigt an, dass der neue Kindergarten des Caritasverbands Ahlen , Auf dem Westkamp, etwas aus dem Rahmen fällt. Nicht nur dass er in der ehemaligen Industriellenvilla Winkelmann sein Zuhause gefunden hat, auch das Konzept ist für Ahlen neu.

Am 1. August öffneten die Türen für zunächst sechs Kinder – zurzeit sind es 25, 40 sollen es bis zum Jahresende werden. Für die letzten minimalen Nacharbeiten trifft man zwar noch vereinzelt Handwerker an, was den Eltern aber egal ist. „Die Eltern haben Verständnis dafür, weil wir den Eröffnungstermin gehalten haben“, betont Einrichtungsleiter Ludger Althoff . Schließlich stand erst im Dezember 2015 fest, wie das ursprüngliche Wohnhaus zukünftig genutzt wird.

Jetzt muss sich alles entwickeln. Die Räume für die drei Gruppen sind auf den 530 Quadratmetern zwar großzügig, müssen in der Innenausstattung aber noch weiter angepasst werden. Hier halfen zunächst Möbel aus den Caritas-Kindergärten „Roncalli-Haus“ und der Großtagespflege im Arbeitsamt , die aufgelöst wurde. Zehn pädagogische Fachkräfte – bestehend aus Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen und Tagesmüttern – bilden bei der Kinderbetreuung das Personal, eine Haushaltskraft und ein Bundesfreiwilligendienstleistender („Bufdi“) kommen hinzu.

Wir wollen die Kinder nicht von den Eltern entfremden.

Leiter Ludger Althoff

Die Betreuungszeiten geben der „Villa Regine“ eine besondere Stellung. Die Frage „Wie können wir Eltern in den Randzeiten gut versorgen?“ bewegte bei der Caritas nicht nur Geschäftsführer Heinrich Sinder. Randzeiten sind die Betreuungszeiten außerhalb der regulären Betriebszeiten. Schon jetzt gibt es zur regulären Zeit zwischen 7.30 bis 16.30 Uhr eine Lösung. So können bei Bedarf bis zu sieben Kinder in der Zeit von 5 bis 7.30 Uhr und 16.30 bis 21.30 Uhr durch Tagesmütter betreut werden. „Allerdings werden diese Zeiten nicht über den Kindergarten abgerechnet, sondern direkt über die Kindertagespflege“, wie Heinrich Sinder betont.

Diese Zeiten können bis zu 24 Stunden ausgeweitet werden, sollte die „Villa Regine“ in ein mögliches zweites Bundesprogramm „Plus-Kita“ aufgenommen werden. Ob es kommt und wann, ist allerdings ungewiss. Marke ist hier wohl die Bundestagswahl im Herbst 2017 und die Frage, ob die aktuelle Bundesregierung das Programm noch beschließen wird. Unabhängig davon bereiten Heinrich Sinder, Ludger Althoff und seine Stellvertreterin Heike Laumeier das Konzept schon mal vor.

Was dann aber nicht bedeutet, dass Kinder sich dann 24 Stunden in den Räumen aufhalten werden. „Wir wollen die Kinder nicht von den Eltern entfremden“, macht Ludger Althoff deutlich. Vielmehr kommen dann beispielsweise Kinder erst mittags oder nachmittags in den Kindergarten, am Vormittag kümmern sich die Eltern darum.

Außerdem müsse man dann beobachten, wie ein Kind reagiert. Eine Tagesmutter in der Familie kann da durchaus die bessere Lösung sein, ist der Fachmann überzeugt.

Bis die Entscheidungen getroffen werden müssen, bleibt noch Zeit für andere Aufgaben. Zum Beispiel für den Außenbereich. Bis November wird zumindest ein Provisorium geschaffen sein, dann soll er mit Ideen und tatkräftiger Mithilfe der Eltern weiterentwickelt werden.

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