Konzept für Geflüchtete
Die Stadt und ihre Quote

Ahlen -

44 Seiten umfasst das „Kommunale Konzept zur Integration von Geflüchteten“, das Daniela Noack als Leiter in des Integrationsteams im Rathaus den Mitgliedern des Integrationsrates am Montag vorlegte. Abgestimmt wurde allerdings nicht, weil das Gremium nicht beschlussfähig war.

Mittwoch, 31.08.2016, 10:08 Uhr

Im Rathaus macht man sich über Flüchtlingskonzepte Gedanken.
Im Rathaus macht man sich über Flüchtlingskonzepte Gedanken. Foto: Christian Wolff

Bei ihrer Vorstellung wies Noack darauf hin, dass vor allem die Zahlen über die in den beiden Notunterkünften lebenden Flüchtlinge starken Schwankungen unterlägen, weil die Menschen darauf warteten, kommunal zugewiesen zu werden. Erst am vergangenen Donnerstag hatten 123 Gäste die Notunterkunft in der Bodelschwinghschule verlassen, um auf Städte und Gemeinden, die ihre Quote noch nicht erfüllt haben, verteilt zu werden.

Die Frage der Fraktionssprecherin der Bündnisgrünen , Petra Pähler-Paul, nach der für Ahlen geltenden Zuweisungsquote, vermochte Noack nicht zu beantworten, weil sie sich nicht kenne und das Land sie nicht kommuniziere. „Wir wissen nicht, wo wir stehen“, erklärte Ursula Woltering als zuständige Fachbereichsleiterin. Auch die Folgen der vom Land bekanntgegebenen beabsichtigten Schließung der Notunterkunft I in der Bodelschwinghschule lasse sich derzeit noch nicht beantworten, räumte Noack ein, weil der Stadt die Informationen fehlten. Am Freitag informiert sich Bürgermeister Dr. Alexander Berger aus erster Hand bei der Bezirksregierung Münster über den für Ahlen in Aussicht gestellten „Standby“-Modus der Schule.

Des Weiteren kritisierte Pähler-Paul an Hand der in dem Integrationskonzept aufgeführten Zahlen von Seiteneinsteigern an den Schulen, dass die Fritz-Winter-Gesamtschule keine Seiteneinsteiger aufnehme. Die Stadt habe als Schulträger keine Möglichkeit, auf die Schulleitung einzuwirken, bedauerte Pähler-Paul. Die Gesamtschule sei auf Grund ihres pädagogischen Konzepts und der Vielfältigkeit der angebotenen Schulabschlüsse geradezu prädestiniert, solche Seiteneinsteiger aufzunehmen. Pähler-Paul sieht mittelfristig die Gefahr, dass eine solche Haltung die Solidarität der Schulen untereinander bedrohe.

Für die SPD warnte ihr Ratsherr Bernd Meiwes davor, sich eine Schule herauszupicken. Insgesamt biete das vorliegende Integrationskonzept eine gute Grundlage für die weitere Arbeit mit den Geflüchteten.

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