Smartphone-Projekt in der „Juno“
„Zombies“ stürmen die Jugendecke

Ahlen -

Einen Film selbst konzipieren, drehen und schneiden – das alles geht auch mit einem kleinen Smartphone. Wie? Das erfahren junge Leute derzeit im Ferienprojekt der Jugendecke Nord.

Mittwoch, 12.10.2016, 14:10 Uhr

Als fahrbares Stativ nutzen die Jugendlichen bei ihrem Filmdreh den Rollstuhl. Medienpädagoge Kai Kremser (r.) gibt den Teilnehmern des Herbstferienkurses der Jugendecke Nord wertvolle Tipps im Umgang mit dem Smartphone.
Als fahrbares Stativ nutzen die Jugendlichen bei ihrem Filmdreh den Rollstuhl. Medienpädagoge Kai Kremser (r.) gibt den Teilnehmern des Herbstferienkurses der Jugendecke Nord wertvolle Tipps im Umgang mit dem Smartphone. Foto: Christian Wolff

Sie zeigen kein Gesicht, haben die Kapuzen weit über den Kopf gezogen. Nur ein paar schwarze, strubbelige Haare ragen hervor. Eine nicht gerade angenehme Atmosphäre erzeugen derzeit die acht Jugendlichen, die am Smartphone-Projekt der Jugendecke Nord („ Juno “) teilnehmen.

Der düstere Anblick ist durchaus gewollt, erklärt Theaterpädagogin Meike Wiemann gegenüber der „AZ“. In dem Film, der während der Herbstferien allein mit Hilfe von Mobiltelefonen erstellt wird, soll es nämlich um Zombies gehen, die den Jugendtreff am Bürgermeister-Corneli-Ring stürmen. Details wollen die Nachwuchs-Schauspieler und Filmproduzenten aber noch nicht verraten. Sie stecken am Dienstagnachmittag mitten in den Dreharbeiten und lassen sich nur ungern in die Karten schauen.

Kein Wunder, schließlich haben die Neun- bis 13-Jährigen bereits viel Vorarbeit in das Projekt gesteckt. „Wir haben ein Schauspieltraining gemacht und erklärt, worauf beim Filmdreh geachtet werden muss“, so Wiemann, die dabei vom Medienpädagogen Kai Kremser unterstützt wird.

Nach dem Kennenlernen des technischen Equipments machten sich die Jugendlichen daran, selbst ein Drehbuch zu schreiben und erste Szenen zu proben.

Eine doppelte Funktion beim Dreh spielt ein Rollstuhl. Der soll den jungen Leuten zum einen nahebringen, wie sich der Bewegungsradius von Menschen mit Behinderungen auf Alltägliches auswirkt, zum anderen aber auch praktischen Nutzen haben: Wer im Rollstuhl sitzt und mit dem Mobiltelefon filmt, erzielt viel bessere Ergebnisse – mit ruhiger Hand. So dient das Gefährt auch als „rollendes Stativ“.

Wenn alle Einstellungen im Kasten sind, geht es ans Schneiden der Filmsequenzen. Später wird der fertige Film ins Internetportal „ Youtube “ gestellt, damit ihn auch Freunde und Verwandte abrufen können. „Auch das machen die Jugendlichen selbst“, sagt Tobias Winopall von der Evangelischen Jugend im Kirchenkreis Hamm, die für die Jugendecke Nord verantwortlich ist. Auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) unterstützt die Ferienaktion, zu der erneut auch ein Parkour-Training in der Sporthalle der Realschule gehört. Gemeinsam mit den Smartphone-Kursteilnehmern treffen sich die sportlichen Jugendlichen jeden Tag zum gemeinsamen Mittagessen, das in der Kursgebühr enthalten ist.  

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