Altes Testament im Stummfilm
Biblische Geschichten nicht nur für die Ohren

Ahlen -

In stundenlanger Feinarbeit hat Manfred Tiemann Stummfilmsequenzen zusammengeschnitten und zusammen mit Winfried Appel die passende Musik dazu rausgesucht. Am Sonntag war das Ergebnis in der Paul-Gerhardt-Kirche zu sehen und zu hören.

Montag, 17.10.2016, 15:10 Uhr

Gestalteten den Abend: Reinhold Leuthardt, Winfried Appel, Elsbeth Theopold-Doose und Manfred Tiemann.
Gestalteten den Abend: Reinhold Leuthardt, Winfried Appel, Elsbeth Theopold-Doose und Manfred Tiemann. Foto: Ralf Steinhorst

Einen Zeitsprung in die frühen Jahre des Films erlebten die Besucher in der bereits fünften Präsentation von Stummfilmsequenzen durch den ehemaligen Ahlener Manfred Tiemann am Sonntagabend in der Paul-Gerhardt-Kirche. Dieses Mal standen Erzählungen aus dem Alten Testament im Mittelpunkt der Filme aus den Jahren 1913 bis 1928.

„Heute werden wir nicht nur vom Alten Testament hören, sondern auch alte Stummfilmaufnahmen sehen“, hob Pfarrer Martin Frost die Besonderheit hervor, dass Texte aus dem Alten Testament sonst nur verlesen werden. Manfred Tiemann, der heute in Heidenheim lebt, hatte Sequenzen aus sechs Stummfilmen zusammengestellt, um zu zeigen, wie sich Filmschaffende schon früh mit der Bibel auseinandergesetzt haben. Und das mit für die Zeit erstaunlichen technischen Tricks.

„Die Filme sind teilweise gekauft, teilweise von meinem Sohn aus den USA geschickt“, erklärte Manfred Tiemann, dass er in Deutschland nicht alles Filmmaterial erhalten konnte. Stunden habe es dann gedauert, die passenden Szenen aus den Filmen „Judith of Bethulia“ von David Wark Griffith (USA 1913), „Joseph in the Land of Egypt“ von Eugene Moore (USA 1914), „Ache Noahs“ von Sidney Scott (USA 1928), „Metropolis“ von Fritz Lang (Deutschland 1925), „Sodom und Gomorrah“ von Michael Curtiz (Österreich 1922) und „Die zehn Gebote“ von Cecil Blount DeMille (USA 1923) passend zusammenzuschneiden. „Ich habe da die Filme gefühlsmäßig und thematisch im Kopf“, schilderte Tiemann seine Vorgehensweise.

Schließlich müssen die Sequenzen zur Orgelmusik passen, die Organist Winfried Appel in Abstimmung mit Manfred Tiemann als Begleitung zu den Filmen ausgesucht und gespielt hat. „Da muss man schon ein bisschen improvisieren“, erklärte Winfried Appel, der sich mit einer DVD auf den Abend vorbereitet hatte. Neben der Orgel hatte er einen Laptop mit dem Zusammenschnitt stehen, um so die musikalische Begleitung besser anpassen zu können. Was sehr gut gelang, am Ende honorierten die begeisterten Besucher die Stummfilmdarbietungen mit Orgelspiel mit großem Applaus. Zu jeder Sequenz hatte Manfred Tiemann eine Einleitung gegeben, die Bielefelderin Elsbeth Theopold-Doose vertiefte die Themen zudem mit Lesungen.

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