Buschkamp: Eurobahn muss sich erklären
Keine Sofort-Abhilfe bei Zugausfällen

Ahlen -

Die Eurobahn zur Rede stellen will der Vorsitzende des SPNV-Zweckverbandes, Franz-Josef Buschkamp, bei nächster Gelegenheit. Der Ausfall von fahrplanmäßigen Zugverbindungen sei nicht tragbar, kritisiert er. Hauptbetroffen seien die Pendler auf dem Weg zur Arbeitsstätte.

Freitag, 30.12.2016, 06:12 Uhr

Wann kommt der nächste Zug? Bei der Eurobahn ist diese Frage nach Inkrafttreten des Ersatzfahrplans nicht so leicht zu beantworten, ärgert sich auch Franz-Josef Buschkamp.
Wann kommt der nächste Zug? Bei der Eurobahn ist diese Frage nach Inkrafttreten des Ersatzfahrplans nicht so leicht zu beantworten, ärgert sich auch Franz-Josef Buschkamp. Foto: Ulrich Gösmann

Das Thema Eurobahn steht ganz oben auf der Agenda von Franz-Josef Buschkamp . Als Vorsitzender der Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Münsterland (SPNV) kennt der Ahlener die Pro­bleme des französischen Verkehrsunternehmens zu Genüge, und das nicht erst seit heute. Seit Dienstag dieser Woche fährt die Eurobahn auf ihren Strecken in NRW nach einem eingeschränkten Fahrplan.

„Am härtesten trifft es die Pendler “, meint Buschkamp verständnisvoll. Kurzfristig sieht er wenig Möglichkeiten aus Sicht des Zweckverbandes als Aufgabenträger, Einfluss zu nehmen. „Unsere Juristen prüfen zurzeit noch die Rechtslage“, erklärt er.

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Auf jeden Fall ist das Thema Zugausfälle für die Tagesordnung der nächsten Zweckverbandsversammlung gesetzt. „Dazu erwarte ich auch einen Vertreter der Eurobahn“, macht der Vorsitzende unmissverständlich klar. Ansonsten hält er sich mit Forderungen nach Sanktionen, wie sie öffentlich diskutiert und gefordert werden, zurück. „Jeder Zug, der nicht fährt, wird auch nicht bezahlt“, unterstreicht Buschkamp.

Untragbare Zustände

Er weiß auch, dass sich Zugführer nicht aus dem Ärmel schütteln lassen und dass hohe Krankenstände eine verlässliche Personalplanung erschweren, wenn nicht unmöglich machen können. Weil Sicherheit auf der Schiene an oberster Stelle stehe, müsse an die Ausbildung der Zugführer auch weiterhin hohe Anforderungen gestellt werden.

Dennoch hält er den jetzigen Zustand für untragbar, zumal viele Arbeitnehmer bei der Fahrt zum Arbeitsplatz auf die Bahn angewiesen sind.

Weitere Informationen

Nähere Informationen zum Ersatzfahrplan sind ab sofort unter  eurobahn.de/fahrplanaenderungen  zusammengestellt. Zudem finden Fahrgäste minutenaktuelle Reisendeninformationen zu Verspätungen und Ausfällen für alle Züge der Eurobahn, die in den nächsten 24 Stunden verkehren, unter  www.bahn.de  sowie im DB-Navigator.

Das Tochterunternehmen der französischen Keolis-Gruppe stellt Abweichungen vom jeweils gültigen Fahrplan auch per Twitter ( twitter.de/eurobahn_info ) bereit. Bei weiteren Fragen zum Ersatzfahrplan steht das Kundencenter telefonisch unter der Hotline 0180 69273727 oder per Mail (info@eurobahn.de) zur Verfügung.

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Leider lasse das Vergaberecht den Zweckverbänden nur wenig Spielraum, bedauert Uli Beele, Sprecher des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL). Auch beim NWL in Unna betrachtet man die Zugausfälle mit zunehmender Sorge, zumal die Eurobahn den Aufgabenträger vor Inkrafttreten des Ersatzfahrplans nicht informiert hat.

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