Städtisches Gymnasium
Auszeichnung als „Schule der Vielfalt“

Ahlen -

Worte wie „schwul“ oder „lesbisch“ sollen nicht länger als Schimpfworte genutzt werden. Das Städtische Gymnasium sagt der Homophobie den Kampf an.

Freitag, 10.02.2017, 12:02 Uhr

Freuen sich über die Auszeichnung als „Schule der Vielfalt“: Karl Heinz Meiwes, Dominik Gerwens, Nina Feldhaus, Mechthild Borghoff-Zumloh, Zain Madamar, Vladyslav Baranuk, Moritz Ostgen und Markus Chmierorz
Freuen sich über die Auszeichnung als „Schule der Vielfalt“: Karl Heinz Meiwes, Dominik Gerwens, Nina Feldhaus, Mechthild Borghoff-Zumloh, Zain Madamar, Vladyslav Baranuk, Moritz Ostgen und Markus Chmierorz Foto: Peter Schniederjürgen

„Das wäre vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen“, lobte Karl Heinz Meiwes , stellvertretender Bürgermeister, das Städtische Gymnasium für die neue Auszeichnung . Die Schule ist seit Mittwoch neben „Weltethos-“ auch die „Schule der Vielfalt, Schule gegen Homophobie“.

Gemeinsam mit den Projektverantwortlichen der Schule und Markus Chmierorz vom Projekt „Schule der Vielfalt“ des Vereins „Rosa Strippe“ in Bochum wurde die Tafel vorm Zimmer der Schülervertretung enthüllt.

Worum geht es bei diesem Projekt? Das erklärte Markus Chmierorz mit einer Computerpräsentation: „Leider werden die Worte ‚schwul’ oder ‚Lesbe’ in der Masse noch immer als Schimpfwort oder im herabwürdigenden Kontext benutzt.“ Auch amüsiere es immer noch einen großen Teil der Lehrer, wenn es zu „schwulenfeindlichen“ Witzen kommt. „Wie mögen sich die Betroffenen dabei fühlen?“, fragte der für die Lehrerfortbildungen zuständige Fachmann.

Die Auszeichnung bedeutet für die Schule nun die Teilnahme an Vernetzungstreffen, aber auch und vor allem, dass auf dem Schulhof ein anderer Ton angeschlagen wird – damit das öffentliche und gut sichtbare Label nicht nur ein Lippenbekenntnis bleibt.

„Es wird täglich von Hunderten von Schülern gesehen und wahrgenommen. Das bleibt einfach im Kopf“ ist sich Dominik Gerwens , Geschichts- und Schülervertretungslehrer, sicher. Um das Ziel des Vielfalt-Projekts zu verdeutlichen, griff er ein Beispiel des Geschichtsunterrichts heraus. Das bekannte Porträt vom Sonnenkönig Ludwig IV. „Wie oft höre ich bei den mit heutigen Worten als Leggins beschriebenen Beinkleidern das Wort ‚schwul’. Wie mag es für einen Schüler klingen, der sich noch gar nicht über seine Orientierung klar ist?“, fragte der Pädagoge. Er bedankte sich bei der „Diversity-AG“ der Schule für ihr Engagement gegen Homophobie.

„Das schreckliche Attentat in Orlando auf den Tanzclub war für uns einer der Auslöser, aktiv zu werden“, erklärte Zain Madamar. Gemeinsam mit Vladyslav Baranuk vertrat sie die Arbeitsgemeinschaft, die sich besonders für das Vielfaltsprojekt eingesetzt hatte. Sie besuchten die Vernetzungstreffen und knüpften Kontakte. Aus gutem Grund. „Schließlich ist davon auszugehen, dass einer von zehn Menschen eine andere sexuelle Orientierung hat“, erklärte Vladyslav Baranuk die Notwendigkeit. Denn schließlich, und das war die einhellige Meinung aller Beteiligten, kann die Gesellschaft auf kein Talent verzichten.

Für das musikalische Rahmenprogramm bei der Auszeichnung sorgte die Schulband „Blackout“, aber auch die Lehrer Dominik Gerwens und Paolo Cipolla.

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