Bürgerinitiative konstituiert sich
Aus Kritikern wird die „BIC 58n“

Ahlen -

Die Gegner der geplanten Nordumgehung haben sich als Bürgerinitiative zusammengeschlossen. Ihr Name: „BIC 58n“.

Dienstag, 21.02.2017, 18:02 Uhr

„Erhaltet unsere Parklandschaft“: Mit diesen von Peter Sagurna entworfenen Schildern will die „BIC 58n“ auf ihr Anliegen aufmerksam machen. Hermann Mehring (kl. Bild) hatte zuvor die Argumente dargelegt.
„Erhaltet unsere Parklandschaft“: Mit diesen von Peter Sagurna entworfenen Schildern will die „BIC 58n“ auf ihr Anliegen aufmerksam machen. Hermann Mehring (kl. Bild) hatte zuvor die Argumente dargelegt. Foto: Sabine Tegeler

„Wir brauchen sie nicht!“ So lautet in knappen Worten das Fazit der Versammlung, zu der die Bürgerinitiative gegen die B 58n Montagabend ins ASG-Heim eingeladen hatte. Rund 100 Interessierte waren gekommen, um sich über die Argumente und Aktionen der Ini gegen die geplante Nordumgehung anzuhören. Und zu erfahren, dass die Initiative jetzt auch einen Namen hat: BIC 58n (Bürgerinitiative contra B 58n).

Begrüßung und Vorstellung des Ablaufplans lag in den Händen von Klaus Lange, Hermann Mehring übernahm dann das Hauptreferat. „Das geht jeden in Ahlen an“, warf der gleich in die Runde und zeigte in der Beamerpräsentation auch, warum das so sei: Durch den Bau gehe der Natur- und Freizeitwert verloren, Landwirte seien in ihrer Existenz bedroht, es komme zu einer Kfz-Mehrbelastung und der Lärm am Konrad-Adenauer-Ring nehme nicht nennenswert ab. Die Argumente unterlegte Mehring mit Grafiken aus dem Bundesverkehrswegeplan 2030, dessen Philosophie es sei, schnelle Verbindungen von Ost nach West und Nord nach Süd zu schaffen. Dazu trage die neue Trasse wohl nicht bei, da die Hauptverkehre über die Autobahnen liefen, wie der Referent anhand von Google-Karten und Navi-Angaben zeigte.

„Für wen“, fragte Mehring weiter, solle die Straße denn gebaut werden? Schließlich sinke die Bevölkerung in Ahlen. Und nur zehn bis 15 Prozent der Durchgangsverkehre würden über die neue Straße laufen, während sie wiederum eine Sogwirkung für Fahrzeuge aus dem Umland habe. Laut Aussage eines Mitarbeiters der Bezirksregierung sinke durch sie der Lärm vom Konrad-Adenauer-Ring tatsächlich auch nur um zwei bis drei Dezibel.

Ein Flächenverlust in der Größe von rund 200 Fußballfeldern sei zu erwarten, was für die Landwirte einen Umsatzverlust von 40 Millionen Euro gerechnet auf 54 Jahre bedeute.

Peter Sagurna hatte dann noch mehr Zahlen parat, stellte die Verkehrssimulation über die tägliche Mehrbelastung vor: Beispielsweise bringe die Nordumgehung auf die Warendorfer Straße 1000 Fahrzeuge mehr und dann auch in die Innenstadt: „Es sind Straßen betroffen, von denen es wir vorher nicht gedacht haben.“

Wie das denn sein könne, wollte ein Gast der Versammlung in der anschließenden Fragerunde wissen. Das zeige die Verkehrssimulation im Bundesverkehrswegeplan, erklärte Hermann Mehring. Die Verkehrsstromzählungen seien realistisch.

Die Linienführung sei noch nicht endgültig, es werde aber geplant, die B 58n ebenerdig zu bauen und die kreuzenden Landstraßen darüber hinweg zu führen: „Wie an Autobahnkreuzen“, so Mehring und präsentierte Bilder von Überführungen und Brückenbauten. Auf die Frage, wie die Politik zu dem Bau stehe, antwortete Mehring auch: „Die CDU indifferent.“ In der SPD sehr er „mehr dagegen als dafür“.

Die BIC 58n will jetzt weitere Aktionen, kleine und große, auf die Beine stellen. Eine davon läuft bereits: Von Peter Sagurna gestaltete Schilder können Unterstützer im Vorgarten aufstellen, es gibt Autoaufkleber und an allen Ortsausgangsstraßen im Norden sollen die ganz großen Schilder ein Ansinnen der BIC deutlich zu machen: Erhaltet unsere Parklandschaft.

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