Nachschlag zum Rosenmontag
Parfümflasche gegen Polizisten geworfen

Ahlen -

Tritte gegen den Kopf, eine fliegende Parfümflasche gegen einen Polizisten – der Rosenmontag ging für die Ordnungskräfte nach dem Umzug noch in die Verlängerung. Dennoch: „In Ahlen war die Situation relativ entspannt“, bilanziert Polizeisprecherin Susanne Dirkorte Kukuk am Tag nach den drei tollen.

Dienstag, 28.02.2017, 19:02 Uhr

Zeigte Wirkung: die starke Polizeipräsenz während des Festumzugs – und auch danach.
Zeigte Wirkung: die starke Polizeipräsenz während des Festumzugs – und auch danach. Foto: Ulrich Gösmann

An der Nordstraße eskalierte gegen 17 Uhr ein Streit unter Freunden. Ein 28-Jähriger schlug seinen 27-jährigen Kontrahenten gegen den Kopf. Als der zu Boden ging, wurde nachgetreten. Mehrfach gegen den Oberkörper, einmal auch gegen den Kopf. Ein Rettungswagen brachte den Verletzten ins Hospital. Gegen den Hauptaggressor sprach die Polizei einen Platzverweis aus. Dirkorte Kukuk : „Er durfte sich nicht mehr in der Innenstadt aufhalten.“

Stress auch auf dem Lütkeweg. Gegen 20.30 Uhr gerieten zwei Personengruppen aneinander. Sie pöbelten sich zunächst auf gegenüberliegenden Straßenseiten an, gerieten dann aber aneinander, „Es wurde geschubst und gestoßen“, so die Polizeisprecherin. Als die Polizei eintraf, eilte auch ein aufgebrachter Autofahrer herbei, sprang aus dem Wagen und schrie um sich. Auf eine Ansprache der Ordnungskräfte, sich zu mäßigen, reagierte der 42-Jährige mit einer Kurzschlusshandlung: Er warf eine Parfümflasche gegen einen Polizisten. Eine Kollegin streckte ihn daraufhin zu Boden. Dabei zog sich der Mann leichte Verletzungen zu. Ein Rettungswagen brachte ihn ins Krankenhaus. Zwischenzeitlich hatten sich noch einige Frauen eingemischt, die den Schreihals befreien wollten. Möglicherweise kommt auf sie noch eine Anzeige wegen versuchter Gefangenenbefreiung zu.

Neu ist schon, dass plötzlich noch fremde Leute hinzukommen und auch noch auf den, der am Boden liegt, drauf hauen oder drauf eintreten.

Susanne Dirkorte Kukuk

Gegen 22 Uhr wurde eine Streifenbesatzung noch wegen einer Körperverletzung zur Stadthalle gerufen. „Unproblematisch“, so Dirkorte. Kreisweit registrierte die Polizei bei fünf Großveranstaltungen 58 Einsätze. In zwölf Fällen wurden Körperverletzungen zur Anzeige gebracht. Die Polizeisprecherin geht davon aus, dass diese Zahl noch weiter steigen wird. Dennoch: Alles im Rahmen. Und: Erfreulich, dass in Ahlen diesmal niemand wegen Alkoholexzesses in die eingerichtete Jugendschutzstelle gebracht werden musste.

Aufgeschreckt hatten in den vergangenen Tagen ähnlich klingende Meldungen, in denen Passanten zu später Stunde in der Innenstadt willkürlich zu Opfern von Gewalt wurden. Sie wurden niedergestreckt, es wurde auf sie eingetreten. Susanne Dirkorte Kukuk sieht darin keine neue Form krimineller Energie. Allerdings: „Neu ist schon, dass plötzlich noch fremde Leute hinzukommen und auch noch auf den, der am Boden liegt, drauf hauen oder drauf eintreten.“ In fast allen Fällen sei Alkohol im Spiel gewesen.

Insgesamt, so Dirkorte, habe sich die starke Polizeipräsenz bewährt. Kräfte waren wie im Vorjahr von Beamten der Bereitschaftspolizei sowie von Auszubildenden unterstützt worden.

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