Annelie Leifeld verstorben
Eine eher stille Förderin

Ahlen -

Im Alter von 92 Jahren ist am Rosenmontag Annelie Leifeld verstorben. Die Begründerin der gleichnamigen Stiftung und Ehefrau des bereits 2005 verstorbenen Ahlener Unternehmers Theodor F. Leifeld hatte sich seit vielen Jahren der Förderung vieler Projekte für das Gemeinwohl verschrieben.

Mittwoch, 01.03.2017, 11:03 Uhr

Annelie Leifeld vor einer Büste ihres verstorbenen Ehemannes Theodor F. Leifeld, die sie im Dezember 2011 selbst enthüllt hat.
Annelie Leifeld vor einer Büste ihres verstorbenen Ehemannes Theodor F. Leifeld, die sie im Dezember 2011 selbst enthüllt hat. Foto: Dierk Hartleb

Die Lichtinstallation „Kaskade“, mit der vor knapp drei Jahren das 20-jährige Bestehen des Kunstmuseums an der Weststraße gefeiert wurde, war im Grunde ihr persönliches Geburtstagsgeschenk: Annelie Leifeld , die zur selben Zeit 90 Jahre alt wurde, hat die Kultur in Ahlen jedoch nicht allein aufgrund des Gründungsfundaments ihres im Jahr 2005 verstorbenen Ehemannes, des Unternehmers Theodor F. Leifeld , sondern durch starken eigenen Antrieb begleitet und gefördert. Am Rosenmontag verstarb die bekannte Ahlenerin. Sie wurde 92 Jahre alt.

Öffentliche Auftritte mied sie in der Regel. Vor allem bei den Einrichtungen und Initiativen, denen sich Annelie Leifeld besonders verbunden fühlte, verbreitete sich die traurige Nachricht in den Stunden nach ihrem Tod dennoch schnell. An der westlichen Wand des sogenannten „Tempelchens“ im Eingangsbereich der früheren Villa Kalckstein enthüllte Annelie Leifeld im Dezember 2011 eine Bronzebüste, mit der an die Verdienste ihres Mannes, dem Ahlen das weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Museum verdankt, erinnert wird. „Eine würdige Umsetzung“ nannte Museumsdirektor Burkhard Leismann das Werk des Ennigerloher Bildhauers Wolfgang Lamché. Es wird nun auch ein bleibendes Zeugnis ihres eigenen Lebenswerks sein.

Als Dr. Georg Kofler die Firma Leifeld übernahm und im Oktober 2010 mit dem Wirtschaftspreis der Stadt Ahlen gewürdigt wurde, stand Annelie Leifeld natürlich mit auf der Bühne der Stadthalle. Sie habe, würdigte Bürgermeister Benedikt Ruhmöller damals in seiner Laudatio, in vielen Dingen, die ihr Mann auf den Weg brachte, für den nötigen Rückhalt gesorgt. „Sie war sehr engagiert, als es um die Umsetzung des Projekts ,Torkreuz‘ am Ostwall ging“, erinnert sich Altbürgermeister Herbert Faust im Gespräch mit unserer Zeitung. Als Kolpingbruder hatte Faust die 2013 umgesetzte Idee angeschoben. Bei Annelie Leifeld fand er sofort ein offenes Ohr, als es um die Beteiligung an der Finanzierung des von Pater Abraham, Schmied aus der Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede , gestaltete Werk in Erinnerung an das frühere Südtor ging.

Ihre eigene Stiftung hatte die Ahlenerin, die am 3. April 1924 als Anneliese Seemer das Licht der Welt erblickte, noch zu Lebzeiten ihres Mannes, im Jahr 2001, gegründet. „Stiftungszweck ist die Förderung mildtätiger, kirchlicher und religiöser Zwecke, der Jugendhilfe sowie sozialer Aufgaben im Sinne der Zwecke der amtlich anerkannten Verbände der freien Wohlfahrtspflege, der Heimatpflege und Heimatkunde sowie des Natur- und Umweltschutzes einschließlich Landschaftspflege und des Tierschutzes“ – so sind die Förderschwerpunkte beim Deutschen Stiftungszentrum in Essen hinterlegt. Weiterhin diene die Stiftung der Unterstützung von Kultur, insbesondere der Förderung und Erhaltung von Kulturwerten sowie der Bildung und Wissenschaft.

Annelie Leifeld mit Altbürgermeister Herbert Faust im „Torkreuz“ am Ostwall.

Annelie Leifeld mit Altbürgermeister Herbert Faust im „Torkreuz“ am Ostwall. Foto: Ralf Steinhorst

Nachhaltig in Erinnerung bleibt Annelie Leifeld ebenso im Bürgerschützenverein Ahlen, auf deren Nachwuchs sie ein besonderes Augenmerk gelegt hatte. „Sie hat die Entwicklung der Jungschützen sehr aufmerksam verfolgt“, weiß Ehrenvorsitzender Bernd Schulze Beerhorst. Bei größeren Anschaffungen sei es für sie Ehrensache gewesen, sich spendabel zu zeigen. „Fest eingebunden war sie aber auch in die Gemeinschaft der Königinnen.“ Im Jahr 1970 regierte Annelie Leifeld an der Seite von Josef Sommer, damaliger Verleger der „Ahlener Volkszeitung“ und Chef der Druckerei Sommer. „Noch bis zum vorigen Jahr war sie am Abend der Jahrestreffen der ehemaligen Regentinnen vertreten, auch wenn sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an den Tagesausflügen teilnahm“, so der Ehrenvorsitzende.  Christian Wolff

Sie war sehr engagiert, als es um die Umsetzung des Projekts ,Torkreuz‘ am Ostwall ging.

Herbert Faust
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4673874?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F4852313%2F4852314%2F
Italien-Rückkehrer in Deutschland mit Coronavirus infiziert
Eine elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt das Coronavirus (SARS-CoV-2, orange), das aus der Oberfläche von im Labor kultivierten Zellen (grau) austritt.
Nachrichten-Ticker